Außenhandel 822 Milliarden Dollar: USA weisen Rekorddefizit in Leistungsbilanz aus

Das Land importiert deutlich mehr Waren als es exportiert. Quelle: dpa

Das Land importiert deutlich mehr Waren als es exportiert – was unter Trump zu großen Handelskonflikten führte. 2021 hat das Defizit einen Höchststand erreicht.

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Die USA haben 2021 ein Rekorddefizit in ihrer Leistungsbilanz ausgewiesen. Es stieg um 33,4 Prozent zum Vorjahr auf 821,6 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Dies entspricht 3,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, was der größte Anteil seit 2008 ist.

Die Leistungsbilanz misst den Fluss von Waren, Dienstleistungen und Investitionen in und aus dem Land. Da die USA vor allem weit mehr Waren importieren als exportieren, entsteht diese enorme Lücke. Da die weltgrößte Volkswirtschaft mit dem Dollar auch die globale Leitwährung stellt, kann sie diesen Fehlbetrag durch Geld aus dem Ausland schließen.

Die US-Wirtschaft nahm trotz des russischen Einmarsches in die Ukraine und dadurch stark steigende Energiepreise im März Fahrt auf. Der Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister kletterte um 2,6 auf 58,5 Punkte, wie S&P Global am Donnerstag zu der monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Dies war der höchste Stand seit Juli 2021. Das Barometer blieb damit weit über der Marke von 50, ab der es ein Wachstum signalisiert.

Experten führen den Anstieg auf die Lockerung von Corona-Beschränkungen zurück. Darunter profitierten Dienstleister wie Hotels oder Restaurants. Auch Unterbrechungen der Lieferketten in der Industrie nahmen ab.

Zugleich bleibt der Kostendruck sehr hoch. Die Unternehmen meldeten weitere Preiserhöhungen bei Rohstoffen, Sprit und Energie.

Deutschland mit hohem Leistungsbilanzüberschuss

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat das traditionell hohe Defizit in der Leistungsbilanz immer wieder als Zeichen dafür gedeutet, dass sein Land von anderen Staaten über den Tisch gezogen wird. Er hat deshalb Handelskonflikte angezettelt, etwa mit China, das mit Strafzöllen überzogen wurde. Auch wurde Peking in einem Handelsabkommen zur Abnahme von mehr US-Gütern gezwungen. Geändert hat dies bislang nichts am riesigen Defizit.

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Auch Deutschland steht regelmäßig in der Kritik, weil es wegen seiner Exportstärke extrem hohe Überschüsse in der Leistungsbilanz ausweist. Der deutsche Überschuss summierte sich im vergangenen Jahr auf mehr als 265 Milliarden Euro, eine Zunahme von gut 26 Milliarden Euro verglichen mit 2020. Das entspricht rund 7,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, wie die Bundesbank in dieser Woche mitteilte.

Die EU-Kommission hält allerdings höchstens sechs Prozent für langfristig tragfähig – ein Wert, der seit 2011 regelmäßig übertroffen wird. Die EU-Kommission verweist ebenso wie etwa der Internationale Währungsfonds auf die Defizite, die solch großen Überschüssen gegenüberstehen, und warnt vor den hohen Schulden der betroffenen Länder.

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