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Bank of America Bank lockt mit bezahltem Langzeiturlaub

Auf den ersten Blick wirkt der Plan attraktiv: Die Bank of America will sogenannte Sabbaticals einführen. Dabei können Mitarbeiter alle fünf Jahre bis zu sechs Wochen bezahlte Auszeit nehmen. Doch es gibt mehrere Haken.

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Die zweitgrößte Bank der USA bemüht sich, ihre Mitarbeiter länger zu halten. Quelle: dpa

New York Angestellte der Bank of America können wohl künftig zusätzlich zu ihrem Urlaub alle fünf Jahre eine mehrwöchige bezahlte Auszeit nehmen. Das geht aus einem internen Rundschreiben von Chief Operating Officer Tom Montag hervor. Das Angebot ist ein Test und gilt für Mitarbeiter des Bereichs „Global Banking and Markets“.

Allerdings profitiert nur, wer schon sehr lange in der Bank arbeitet: Nach zehn Jahren haben Mitarbeiter dem Schreiben zufolge einen Anspruch auf vierwöchige, nach 20 Jahren auf fünfwöchige und nach 35 Jahren auf sechswöchige Auszeiten. Zudem erhielten die Angestellten in der freien Zeit zwar ihr Grundgehalt, jedoch werde die Zeit nicht auf ihren Bonus angerechnet.

„Wie Sie Ihre freie Zeit verbringen, ist Ihnen überlassen“, schreibt COO Montag. Er schlägt vor, dass Mitarbeiter „auf Reisen gehen, ein philanthropisches Projekt verfolgen, Zeit mit der Familie verbringen oder sich einfach Zeit nehmen, um zu regenerieren und sich zu orientieren.“ Gegenüber Bloomberg bestätigte die Bank ihre Pläne bisher nicht.

Ganz überzeugt scheinen die Mitarbeiter noch nicht zu sein, dass das neue Programm ihren Karriereaussichten nicht schaden wird: Einige Angestellte im Investmentbanking, die namentlich nicht genannt werden wollten, erklärten, dass sie zögerten, einen bezahlten Langzeiturlaub zu beantragen – aus Angst, dass sie bei Stellenstreichungen ins Visier geraten könnten oder ihnen ein Aufstieg verweigert werden würde.

Montag scheint jedoch zu erwarten, dass zumindest einige die Gelegenheit nutzen werden. „Ich freue mich darauf, von Ihnen hören, wie Sie Ihren bezahlten Langzeiturlaub verbracht haben“, erklärte er am Ende seines Rundschreibens.

Seit einigen Jahren bemühen sich Wall-Street-Banken, ihre Mitarbeiter länger zu halten. Der größte Teil dieser Bemühungen konzentriert sich auf Nachwuchskräfte. Dazu zählen etwa Initiativen zur Lockerung der langen Arbeitszeiten, die lange von neuen Mitarbeitern im Investmentbanking verlangt wurden.

Bezahlte Langzeiturlaube sind in der Welt der Investmentbanken aber noch selten. Morgan Stanley hatte 2016 begonnen, bezahlte Auszeiten für neue Vizepräsidenten anzubieten, wie die Financial Times im vergangenen Jahr berichtete.

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