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Banken Commerzbank-Aktionär Cerberus drängt auf Sitze im Aufsichtsrat

Das Zeitfenster für eine Umstrukturierung der Bank schließe sich. Aktionär Cerberus drängt daher auf Mitbestimmungsrecht bei der Commerzbank.

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Das Fenster für die Umstrukturierung der Bank schließe sich, so der Aktionär Cerberus. Quelle: dpa

Der Hedgefonds Cerberus Capital Management drängt auf zwei Sitze im Aufsichtsrat der Commerzbank. Nach Einschätzung des amerikanischen Finanzinvestors schließt sich das Zeitfenster für eine erfolgreiche Umstrukturierung der Bank.

In einem Brief an den Aufsichtsrat vom 9. Juni bemängelt der zweitgrößte Aktionär der Bank, dass sich das Management in der Steigerung unrentabler Erträge verrenne und währenddessen versäume, die aufgeblähten Fixkosten zu senken. Sollte die Bank die Forderung nach den Aufsichtsratssitzen ablehnen, drohe eine Aktionärsrevolte, so Cerberus.

Bei der Aufsichtsratssitzung am heutigen Mittwoch dürfte das fünfseitige Schreiben auf der Agenda stehen, wie ein Insider berichtete. Eine Commerzbank-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

Cerberus zeigte sich in dem Brief „beunruhigt über die Weigerung des Vorstands und der Aufsichtsräte, den Ernst der Lage zur Kenntnis zu nehmen“ und angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um gegenzusteuern.

Seit Cerberus im Juli 2017 seinen fünf-Prozent-Anteil an der Commerzbank bekanntgab, hat die Aktie der zweitgrößten deutschen Bank rund 59 Prozent an Wert eingebüßt. Im europäischen Bankensektor zeigten die Titel damit die schwächste Performance.

Sowohl in Bezug auf das Geschäft als auch hinsichtlich Technik und Management sei es der Commerzbank nicht gelungen, maßgebliche Initiativen auf den Weg zu bringen, kritisiert Cerberus. Vorschläge der Aktionäre seien ignoriert worden.

Cerberus hält auch einen drei-Prozent-Anteil an der Deutsche Bank AG. Hier wirkten die Amerikaner über die Cerberus Operations Advisory Company an der Neuausrichtung der Strategie mit. Der Finanzinvestor teilte dem Commerzbank-Aufsichtsrat mit, innerhalb einer Woche eine Antwort zu erwarten.

Mehr: Aktivistische Investoren können nach dem Kursrutsch an den Aktienbörsen bei Konzernen günstig einsteigen. Deutschland bietet besonders viele Ziele.

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