WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Banken Euro-Zone Kreditfluss im Euro-Raum schwillt weiter an

Im Juli reichten die Banken in der Euro-Zone 3,9 Prozent mehr Kredite an Unternehmen aus als vor Jahresfrist. An die Privathaushalte vergaben sie 3,4 Prozent mehr.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die Euro-Hüter verfolgen die Kreditvergabe-Daten genau, da sie in ihren geldpolitischen Überlegungen eine wichtige Rolle spielen. Quelle: dpa

Die Banken in der Euro-Zone haben trotz der Konjunkturschwäche ihre Kreditvergabe an Unternehmen erneut deutlich ausgeweitet. Sie reichten im Juli 3,9 Prozent mehr Darlehen an Unternehmen aus als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch mitteilte. Auch im Juni hatte das Wachstum in dieser Höhe gelegen. An die Privathaushalte vergaben die Geldhäuser im Juli 3,4 Prozent mehr Kredite als ein Jahr zuvor – der stärkste Zuwachs seit zehn Jahren. Hier fiel das Plus zudem einen Tick kräftiger aus als im Vormonat.

Die Euro-Hüter verfolgen die Kreditvergabe-Daten genau, da sie in ihren geldpolitischen Überlegungen eine wichtige Rolle spielen. Ihre nächste Zinssitzung findet am 12. September in Frankfurt statt. EZB-Chef Mario Draghi hatte wegen der Konjunktureintrübung und der aus Notenbank-Sicht unerwünscht niedrigen Inflation bereits die Tür für mögliche Zinssenkungen und erneute Staatsanleihenkäufe weit aufgestoßen. Viele Volkswirte erwarten, dass die EZB im September zumindest ihren Einlagensatz weiter nach unten senken wird. Das würde für die Banken noch höhere Strafzinsen bedeuten, wenn sie Gelder bei der Notenbank parken. So könnte die Kreditvergabe angeschoben werden, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Die Geldmenge M3 stieg im Juli um 5,2 Prozent. Volkswirte hatten mit lediglich 4,7 Prozent gerechnet. M3 umfasst Bargeld, Einlagen auf Girokonten, aber auch Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. Ökonomen zufolge ist die Messgröße auf mittlere bis lange Sicht mit der Inflation eng verknüpft. Die Geldmengenentwicklung wird daher von der EZB aufmerksam beobachtet.

Mehr: EZB-Ratsmitglied Rehn spricht sich für umfassendes Stimulus-Paket aus.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%