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Bankenbranche Umstrukturierung der Helaba: Leiter für das Sparkassenkreditgeschäft geht

Der Helaba stehen Umstrukturierungen bevor, wodurch die Bank auch mit einem „spürbaren Personalabbau“ rechne. Die engere Zusammenarbeit mit der Deka wird weiter forciert.

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Der Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis wirbt schon seit langem für ein Zentralinstitut der Sparkassen. Quelle: dpa

Christian Schneider, der Leiter des Bereichs Sparkassenkreditgeschäft und Verbundservice bei der Helaba, verlässt die Landesbank zum 31. Dezember. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Schneider wolle sich künftig anderen geschäftlichen Herausforderungen außerhalb der Bank widmen und habe deshalb um eine Aufhebung seines Vertrags gebeten. Die Entscheidung stehe auch im Zusammenhang mit der anstehenden Umstrukturierung der Bank.

Vorstandschef Herbert Hans Grüntker hatte im September erklärt, die Bank rechne mit einem „spürbaren Personalabbau“ auf Grund einer Straffung ihrer Organisationsstruktur. In einem ersten Schritt sollte demnach die Anzahl der so genannten Bereiche – die Organisationseinheiten unterhalb der Vorstandsebene – spürbar verkleinert werden.

Die Helaba spricht derzeit über eine engere Zusammenarbeit mit der DekaBank. Nachdem die Aufsichtsgremien der Banken nun grünes Licht für Sondierungsgespräche zwischen den beiden Häusern erteilt haben, zeigt sich der Vize-Chef des Deka-Verwaltungsrats optimistisch zum möglichen Entstehen eines Sparkassen-Zentralinstituts.

„Mit diesem Prüfauftrag, den nun beide – Deka und Helaba – gegeben haben, bin ich vollauf zufrieden, denn dies kann der von vielen Sparkassen sehnlichst erhoffte Startschuss zum Zentralinstitut sein“, erklärte Walter Strohmaier in einem Interview mit Bloomberg News. „Da bin ich ganz zuversichtlich, denn die Sparkassen wollen das.“

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis wirbt schon seit langem für ein Zentralinstitut. Verbandsvorsteher und Landesobleute segneten im Oktober ein Konzept ab, das zunächst Gespräche zu einer „vertieften Zusammenarbeit bis hin zu einer Zusammenführung“ von Helaba und Deka vorsah. Andere Landesbanken könnten sich später anschließen.

Laut Strohmaier gab es zwar über viele Jahre hinweg Gedankenspiele und Anläufe für eine Konsolidierung in der Gruppe. Aber so intensiv wie jetzt habe er Forderungen der Sparkassen nach einem Zentralinstitut – ohne dass ein Institut in Schieflage wäre – noch nie wahrgenommen. „Nach vielen Jahren überwiegender Gedankenspiele kann und muss meines Erachtens auch dieses Projekt jetzt in Angriff genommen werden“, sagte Strohmaier, der auch Chef der Sparkasse Niederbayern-Mitte und Bundesobmann der Sparkassen ist.

In den nächsten Wochen gehe es jetzt darum, zu erwartende Mehrwerte und etwaige Hürden sorgfältig zu bewerten und gewissenhaft abzuwägen. Beide Unternehmen werden seinen Worten zufolge jetzt in eine intensive Prüfung einsteigen und dann zeitnah die zuständigen Gremien informieren.

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