Bausektor Deutsche Baubranche startet mit Auftragspolster ins neue Jahr – Fast 19.000 neue Jobs

Die Unternehmen haben 2021 deutlich mehr Aufträge als im Vorjahr erhalten. Um diese abzuarbeiten, stellten sie mehr Personal ein.

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Die Unternehmen verzeichneten 2021 ein großes Auftragspolster. Quelle: dpa

Die deutsche Baubranche geht mit dickem Auftragspolster ins Jahr und schafft verstärkt neue Jobs. Die Bestellungen lagen 2021 um 9,4 Prozent und nach Abzug von Preissteigerungen um 2,3 Prozent über Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. „Für 2022 ist dies eine gute Basis“, sagte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller vom Verband der Bauindustrie.

Um die Aufträge abzuarbeiten, hätten die Betriebe ihr Personal im Jahresschnitt um 18.800 auf 911.500 erhöht. „Das ist deutlich mehr, als wir erwartet haben.“ Die Umsätze stiegen demnach zwar auf 145 Milliarden Euro und nominal um 1,2 Prozent. Wegen der hohen Preissteigerungen bei Baumaterial blieb inflationsbereinigt aber ein Minus von rund sechs Prozent.

„Wir haben bei wichtigen Baustoffen im Jahresverlauf 2021 Preissteigerungen von fast 30 bis über 60 Prozent verzeichnen müssen“, sagte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa vom Branchenverband ZDB. Er monierte, der überraschende Förderstopp bei den KfW-Programmen habe zu einem Vertrauensverlust geführt, der noch nachwirke. „Bauunternehmen deren Geschäftsfeld schon seit Jahren der Bau klimaeffizienter Gebäude ist, berichten von einem Abbruch beim Auftragseingang.“

Ende September 2021 lag das Polster bei den Bestellungen auf Rekordhoch. „Mit einem nominalen Anstieg um 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 64,3 Milliarden Euro erreichte der Auftragsbestand den höchsten jemals gemessenen Wert seit Beginn der Zeitreihe 1991“, erklärten die Statistiker.

Neben anhaltend hoher Nachfrage nach Bauleistungen hätten Lieferengpässe bei Baumaterialien dazu beigetragen, dass Bestellungen nicht schnell genug abgearbeitet werden konnten. Zahlen für den Auftragsbestand im Gesamtjahr veröffentlicht das Statistikamt in der kommenden Woche.

Mehr: Klimafreundliches Bauen: Länder fordern Verlässlichkeit

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