BDI Prognose Industrieverband: Sehr trübe Aussichten für die deutsche Konjunktur

Containerschiffe liegen im Hamburger Hafen an den Containerterminals. Quelle: dpa

Der Krieg in der Ukraine treibt die Energiepreise stark in die Höhe und verschärft Lieferengpässe. Die deutsche Industrie warnt vor den Folgen für die deutsche Wirtschaft.

  • Teilen per:
  • Teilen per:

Der deutsche Exportmotor droht ins Stottern zu geraten, Unternehmen könnten Investitionen auf Eis legen und Verbraucher ihren Konsum drosseln: Die deutsche Industrie befürchtet schwere wirtschaftliche Folgen wegen des Ukraine-Krieges. „Für Deutschland sieht der konjunkturelle Ausblick sehr trübe aus“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Corona-Lockerungen bescheren der Konjunktur in diesem Frühjahr nicht den erhofften Wachstumsbonus“, sagte Russwurm.

Wegen der großen Unsicherheit und neuer Lieferengpässe, die Produktion behindern, verzichtete der BDI auf eine aktuelle Konjunkturprognose. Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Prognosen jüngst deutlich gesenkt. Bei einer Verschärfung des Konflikts und im Falle eine Lieferstopps russischer Energieimporte könnte Europas größter Volkswirtschaft nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen ein Konjunktureinbruch drohen.

Absehbar ist nach Einschätzung des BDI, dass die Folgen des Krieges das weltwirtschaftliche Wachstum und die Konjunkturerholung im Euroraum bremsen werden. Der deutsche Exportmotor dürfte wegen weltweiter Wachstumseinbußen und Sanktionen ins Stottern geraten. Die Investitionen der deutschen Unternehmen in Maschinen und andere Ausrüstungen dürften 2022 stagnieren.

„Ob und in welchem Umfang sich die Unsicherheit auch auf die Kaufentscheidungen der privaten Haushalte auswirken wird, ist angesichts mangelnder historischer Erfahrungen offen“, heißt es im aktuellen BDI-Quartalsbericht. Die stark gestiegenen Energiepreise, die die Inflation insgesamt anheizen, verursachten allerdings erhebliche Kaufkraftverluste. Die privaten Konsumausgaben werden dem BDI zufolge in diesem Jahr nur geringfügig zulegen. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor.

WiWo Coach Gesetzliche Rente oder Versorgungswerk – was ist besser?

Als Anwalt kann unser Leser bei der gesetzlichen Rentenversicherung oder einem Versorgungswerk einzahlen. Was lohnt eher? Rentenberater Markus Vogts antwortet.

Biontech „Das würde ein neues Zeitalter in der Krebstherapie einleiten“

Biontech arbeitet an über zwanzig Medikamenten gegen Krebs. Der Mediziner und Fondsmanager Markus Manns erklärt, wo es Hoffnung gibt, welche Präparate die besten Chancen haben – und wo es noch hakt.

Baufinanzierung Sollte ich auch günstige Kredite schnell tilgen?

Die Zeiten niedriger Zinsen sind vorbei. Was heißt das für Kreditnehmer, deren Immobiliendarlehen einen niedrigen Zins hat? Sollen sie bei Geldzufluss trotzdem maximal viel tilgen?

 Weitere Plus-Artikel lesen Sie hier

Russwurm forderte: „Die Ampelkoalition muss jetzt die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und seiner Unternehmen bewahren und an schnell wirksamen, zielgenauen und befristeten Maßnahmen arbeiten, um die Krise abzufedern.“ Die Bundesregierung sollte zum Beispiel zeitlich begrenzt Unterstützung für Unternehmen bereitstellen, „die wegen der Energiepreise unverschuldet in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind.“ Die Bundesregierung arbeitet nach Angaben des Wirtschaftsministeriums derzeit „auf Hochtouren“ an einem Hilfspaket für Unternehmen, die von Folgen des Ukraine-Kriegs betroffen sind.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%