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Beitragssenkung Millionen gesetzlich Krankenversicherte werden entlastet

Während Deutschlands größte Krankenkasse den Satz für Zusatzbeiträge senkt, halten andere Anbieter ihre Sätze konstant. Das Gesundheitsministerium hatte den Beitrag für das kommende Jahr auf 1,0 Prozent festgesetzt.

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Die Technikerkrankenkasse senkt ihren Beitrag und liegt dann mit 0,9 Prozent unter der vom Gesundheitsministerium festgesetzten Grenze. Quelle: argum / Falk Heller

Berlin Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse TK senkt ihre Zusatzbeiträge zum neuen Jahr um 0,1 Prozentpunkte. Der Verwaltungsrat der Techniker Krankenkasse (TK) entschied am Mittwoch in Hamburg, dass der Zusatzbeitrag bei 0,9 Prozent liegen soll, wie ein Sprecher aus der Sitzung mitteilte. Der zweitgrößte Anbieter Barmer hält ihren Zusatzbeitrag stabil bei 1,1 Prozent.

Insgesamt beträgt der Beitragssatz der TK damit 15,5 Prozent. Er setzt sich wie bei allen Kassen zusammen aus dem allein von den Mitgliedern zu zahlenden Zusatzbeitrag sowie dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte tragen. Von der Beitragssenkung profitieren 7,6 Millionen Mitglieder. Insgesamt sind sogar mehr als zehn Millionen Menschen bei der TK versichert.

Die Barmer bleibt nach dem Beschluss ihres Verwaltungsrates in Erfurt bei einem Gesamtbeitragssatz von 15,7 Prozent. Die Barmer hat 7,5 Millionen Mitglieder und 9,3 Millionen Versicherte.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte Ende Oktober den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz aller Kassen für das Jahr 2018 auf 1,0 Prozent festgesetzt. Er folgte damit der mehrheitlichen Auffassung der Experten des sogenannten Schätzerkreises zur Ausgabenentwicklung im nächsten Jahr. In diesem Jahr liegt der Zusatzbeitragssatz bei durchschnittlich 1,1 Prozent.

Jede Kasse kann den Beitrag allerdings je nach ihrer Finanzlage individuell festlegen. Jedoch setzt die Entscheidung des Ministers die im Wettbewerb stehenden Kassen unter Druck, ihre Beiträge entsprechend anzupassen.

Insgesamt verfügen die 113 Krankenkassen aufgrund der guten Konjunktur über breite Rücklagen. In den ersten drei Quartalen erzielten sie einen Überschuss von rund 2,52 Milliarden Euro. Die Finanzreserven erhöhten sich auf 18,6 Milliarden Euro.

Eine Reihe von Kassen liegt daher mit ihrem Zusatzbeitrag genau bei 1,0 Prozent, andere wie die TK darunter, andere darüber. Als preisgünstigste Kasse in Deutschland gilt die Metzinger BKK, die im Jahr 2018 komplett ohne Zusatzbeitrag auskommen will. Einen niedrigen Zusatzbeitrag von 0,3 Prozent hat aber etwa auch die AOK Sachsen-Anhalt. Unter den bundesweit zugänglichen gesetzlichen Versicherern gilt die Ersatzkasse hkk mit einem Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent als besonders preisgünstig.

Dennoch liegen einzelne Kassen teils deutlich über dem Durchschnittssatz. So erhebt etwa die DAK Gesundheit mit 5,8 Millionen Versicherten einen Zusatzbeitrag von 1,5 Prozent. Es sei davon auszugehen, dass die Verwaltungsräte am Donnerstag den Satz für 2018 so belassen werden, sagte eine Sprecherin.

Die Zusatzbeiträge, die allein von den Arbeitnehmern gezahlt werden müssen, sind seit langem umstritten. Die SPD, die mit der Union im Januar Sondierungsgespräche aufnehmen will, fordert die Abschaffung der Zusatzbeiträge und die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung.

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