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Benoit Coeure Anleihenkäufe werden lauf EZB-Direktor solange wir nötig fortgesetzt

Die Anleihenkäufe der EZB sind in Deutschland umstritten. An der Situation wird sich aber erst einmal nichts ändern, sagt EZB-Direktor Benoit Coeure.

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Die Europäische Zentralbank erwirbt seit November wieder Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Quelle: dpa

Die EZB wird laut Notenbankdirektor Benoit Coeure die wiederaufgelegten Anleihenkäufe so lange wie nötig fortsetzen. Der EZB-Rat sei dazu entschlossen, um die konjunkturstützende Wirkung der tiefen Leitzinsen zu verstärken, sagte Coeure am Dienstag auf einer Fachkonferenz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt laut Redetext.

Erst kurz bevor die Notenbank damit beginne, ihre Schlüsselzinsen zu erhöhen, würden die Käufe beendet. Das wiederum werde davon abhängen, dass die Inflation sich robust dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent nähere.

Die Zentralbank sieht diese Marke als Idealwert für die Wirtschaft an, verfehlt sie aber bereits seit Jahren. Die EZB erwirbt seit November wieder Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Pro Monat ist ein Umfang von 20 Milliarden Euro vorgesehen.

Die in Deutschland umstrittenen Käufe sind Teil eines umfassenden geldpolitischen Maßnahmenbündels zur Stützung der Konjunktur, das die Währungshüter im September beschlossen hatten. Dazu gehört auch Einführung eines Staffelsystems, um die negativen Folgen der jahrelangen Strafzinsen für Banken abzufedern.

Laut Coeure haben die Institute bereits direkt nach Einführung der Staffelung die Vorteile für sich genutzt. Von Ländern wie Belgien, Deutschland und den Niederlanden seien Gelder in Richtung von Ländern wie Italien umverteilt worden. Dort war zuletzt die Überschussliquidität der Banken im Vergleich zu Ländern im Norden der Währungsunion niedrig.

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