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Bilanzskandal Bafin-Mitarbeiter handelten vor Pleite verstärkt mit Wirecard-Aktien

Die Finanzaufsicht hält die Käufe und Verkäufe ihrer Angestellten für nicht auffällig. Die Grünen hatten Aufschluss über die Geschäfte verlangt.

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Der Aktienkurs von Wirecard mit dem Kürzel WDI brach nach Bekanntwerden gefälschter Bilanzen ein. Nach der Pleite sank er bis Mitte August auf etwa 1,40 Euro. Quelle: dpa

In den Monaten vor der Insolvenz des Zahlungsdienstleisters und Dax-30-Wertes handelten Beschäftigte der deutschen Finanzaufsicht Bafin mehr mit Wirecard-Papieren als zu früheren Zeiten. Im ersten Halbjahr 2020 entfielen 2,4 Prozent aller gemeldeten privaten Finanzgeschäfte von Bafin-Mitarbeitern auf Geschäfte mit Wirecard-Aktien oder -Aktienderivaten.

Dies geht aus Antworten des Bundesfinanzministeriums auf einen Fragenkatalog der Grünen hervor, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Im Gesamtjahr 2018 lag der Anteil demnach nur bei 1,2 Prozent, 2019 bei 1,7 Prozent. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und die ihm unterstellte Finanzaufsicht Bafin stehen wegen des Wirecard-Skandals in der Kritik.

Die Zunahme des Handels mit Wirecard-Papieren habe die Bafin mit den höheren Schwankungen des Aktienkurses durch die Medienberichterstattung und die Ad-hoc-Meldungen des Unternehmens erklärt, hieß es in der Antwort des Bundesfinanzministeriums. Die verstärkten Wirecard-Aktiengeschäfte der Bafin-Mitarbeiter seien im Vergleich zu anderen Dax-Werten, bei denen die Volatilität gestiegen sei, „nicht ungewöhnlich beziehungsweise nicht auffällig“.

Den Angaben des Finanzministeriums zufolge zeigten 2019 und im ersten Halbjahr 2020 circa 20 Prozent der Bafin-Beschäftigte private Finanzgeschäfte an. Sie seien alle durch die Fachvorgesetzten genehmigt worden. Damit sei bestätigt worden, dass zu den privaten Finanzgeschäften keine Kenntnisse über Insiderinformationen vorlagen.

Im ersten Halbjahr 2020 seien bezogen auf die Geschäfte in Aktienderivaten des Unternehmens 58 Prozent Erwerbe und 42 Prozent Veräußerungen gewesen. Inwieweit Bafin-Mitarbeiter dabei durch Leerverkäufe auf Kursverluste gewettet haben, lasse sich nicht feststellen. Dazu lägen keine Informationen vor.

Wirecard musste Ende Juni Insolvenz anmelden. Die Ermittler werfen dem früheren Vorstandschef Markus Braun und anderen Managern vor, mindestens seit Ende 2015 die Bilanzsumme und den Umsatz des Zahlungsanbieters durch Scheingeschäfte aufgebläht zu haben.

Auf dieser Basis hätten Banken und andere Investoren insgesamt 3,2 Milliarden Euro bereitgestellt. Das Geld sei voraussichtlich verloren. Wirecard, das erst im September 2018 in den Dax aufgestiegen war, fliegt noch im August aus dem deutschen Leitindex. Die Aktie, die einst bei fast 200 Euro notierte, fiel am Donnerstag um elf Prozent auf 1,43 Euro

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