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Bilanzskandal Kanzleramt setzte sich im Herbst 2019 für Wirecard ein

Bei einer Reise nach China soll das Bundeskanzleramt auch den Markteintritt des insolventen Konzerns thematisiert haben. Ein Abteilungsleiter sprach von „Flankierung“.

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die frühere Unternehmensführung wegen bandenmäßigen Betrugs. Quelle: dpa

Das Bundeskanzleramt hat sich im vergangenen Jahr für den inzwischen insolventen Dax-Konzern Wirecard eingesetzt. Wie zuerst der „Spiegel“ berichtete, sprach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 3. September 2019 vor einer China-Reise mit Ex-Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der Wirecard beriet. Am selben Tag schrieb zu Guttenberg an den Leiter der Abteilung für Wirtschafts-, Finanz- und Energiepolitik des Kanzleramtes, Lars-Hendrik Röller, eine Mail zum beabsichtigten Markteintritt Wirecards in China und bat um „Flankierung“ im Rahmen der Reise.

Nach der Reise antwortete Röller, dass das Thema bei dem Besuch in China zur Sprache gekommen sei, und sagte weitere „Flankierung“ zu, wie eine Regierungssprecherin bestätigte. Der Zahlungsabwickler Wirecard hatte im Juni mutmaßliche Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen mehrere ehemalige und aktive Manager.

Dass Bundesfinanzminister und die Kanzlerin sich auf Reisen für deutsche Unternehmen einsetzen, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Allerdings war Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) laut einem Sachstandsbericht des Finanzministeriums an die Vorsitzende des Finanzausschusses schon am 19. Februar 2019 darüber unterrichtet worden, dass die Finanzaufsicht Bafin den Fall Wirecard „wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Verbot der Marktmanipulation“ untersucht.

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