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BIP-Zahlen Deutsche Wirtschaft erzielt im Sommerquartal ein Rekordwachstum – 8,2 Prozent zum Vorquartal

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland im dritten Quartal im Rekordtempo gewachsen: Von Juli bis September legte es im Vergleich zum Vorquartal um 8,2 Prozent zu.

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Die deutsche Autoindustrie sieht sich nicht nur mit der Coronakrise, sondern auch mit dem Strukturwandel konfrontiert. Quelle: dpa

Nach dem Einbruch wegen der Coronakrise im Frühjahr hat sich die deutsche Wirtschaft spürbar erholt und ist im Sommerquartal in Rekordtempo gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Juli und September um 8,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Für das kommende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einer deutlichen Erholung der Wirtschaft. Sie geht von einem Wachstum von 4,4 Prozent aus, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Trotz des neuerlichen Teil-Lockdowns im November bleibt die bisherige Prognose damit unverändert.

In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft demnach um 5,5 Prozent einbrechen. Es wäre damit eine der schwersten Rezessionen der Nachkriegszeit, aber nicht ganz so schlimm wie 2009 in der globalen Finanzkrise. Im Sommer hatte die Bundesregierung für 2020 noch ein Minus von 5,8 Prozent vorausgesagt.

Die Wirtschaft befand sich damit im dritten Quartal in einem kräftigen Aufschwung nach der tiefen Corona-Rezession. Im zweiten Quartal war das BIP um 9,8 Prozent eingebrochen, nach einem Minus von 1,9 Prozent im ersten Quartal. Dies war der tiefste Halbjahres-Einbruch der Nachkriegsgeschichte.

„Wachstum lag weit oberhalb der Erwartungen“

Eigentlich wollte die Bundesregierung seine Herbstprognose bereits am Mittwoch veröffentlichen. Doch nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der am Mittwoch einen Lockdown light für alle Branchen, in denen sich Menschen physisch nahekommen, beschlossen hatten, wollte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lieber erneut nachrechnen. Dass er die Prognose dann doch nicht weiter nach unten korrigierte, liegt an den offiziellen Zahlen für das dritte Quartal: „Das Wachstum lag mit 8,2 Prozent weit oberhalb der Erwartungen“, sagte Altmaier.

Zudem hätten Kanzlerin und Ministerpräsidenten den Lockdown light so gestaltet, dass im November das Bruttoinlandsprodukt nur acht Milliarden Euro verlieren dürfte, hieß es seitens des Wirtschaftsministeriums. Dies könne durch die starke Erholung in der Industrie insgesamt im vierten Quartal wieder ausgeglichen werden: Für dieses erwartet Altmaier ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem dritten Quartal.

Damit ist die Regierung optimistischer als die WIrtschaftsforschungsinstitute. Bereits am Donnerstag korrigierten sie ihre Erwartungen für das vierte Quartal nach unten. Vor zwei Wochen hatten sie in ihrer Gemeinschaftsprognose für die Bundesregierung noch mit einem Plus von 2,1 Prozent gerechnet.

„Das wird nicht zu halten sein“, sagten übereinstimmend Sebastian Dullien, Clemens Fuest, Marcel Fratzscher und Gabriel Felbermayr, die Chefs der Wirtschaftsforschungsinstitute IMK, Ifo, DIW und IfW. Bestenfalls Stagnation erwarten sie jetzt, möglich sei aber auch wieder ein leichtes Schrumpfen des BIP. Für 2020 schätzen die Institute intern das Minus jetzt auch eher wieder auf sechs Prozent anstatt auf minus 5,4 Prozent wie noch in ihrer zwei Wochen alten Herbstprognose.

Altmaier nährte dagegen die Hoffnung, dass sich auch der Konsum weiter erholen werde: Denn im dritten Quartal hatten auch die Einzelhandelsumsätze stark aufgeholt. „Das Wachstum war sowohl von höheren privaten Konsumausgaben, mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen“, meldete das Statistische Bundesamt.

Allerdings: Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, dem Quartal vor der weltweiten Coronakrise, lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im dritten Quartal 2020 um 4,2 Prozent niedriger. 

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