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BIZ Risikobereitschaft an der Börse laut Zentralbank der Notenbanken gewachsen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich beobachtet gerade bei Firmen mit einem niedrigen Rating einen starken Absatz von Unternehmensanleihen.

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Die in Basel ansässige BIZ gilt als Zentralbank der Notenbanken und ist eine wichtige Denkschmiede für die Geldpolitik. Quelle: Reuters

Die Aussicht auf eine kräftige wirtschaftliche Erholung von der Pandemie lässt aus Sicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Investoren riskantere Investments an den Börsen eingehen. „Die erhöhte Risikobereitschaft zeigte sich in einem anhaltend starken Absatz von Unternehmensanleihen, insbesondere von Unternehmen mit einem niedrigeren Rating“, teilte die BIZ am Montag zu ihrem jüngsten Quartalsbericht mit.

Eine niedrigeres Rating bedeutet eine höhere Gefahr, das eine Firma pleitegehen könnte und Investoren ihre Anlage nicht zurückbekommen könnten. Allerdings erhalten sie für ihren Einsatz auch höhere Zinsen.

Das Emissionsvolumen hochverzinslicher Papiere sei im ersten Jahresviertel mehr als doppelt so groß gewesen wie im Durchschnitt der Auftaktquartale 2010 bis 2019. Die in Basel ansässige BIZ gilt als Zentralbank der Notenbanken und ist eine wichtige Denkschmiede für die Geldpolitik.

Zu der gestiegenen Risikobereitschaft hat aus Sicht der BIZ-Experten auch die Erwartung beigetragen, dass die Notenbanken ihre Geldschleusen offen halten und in den USA ein massives konjunkturelles Hilfspaket auf den Weg gebracht werde. Anfang 2021 seien in den USA und in den Schwellenländern die Finanzierungsbedingungen konjunkturstützender gewesen als zu jedem Zeitpunkt in den vergangenen zehn Jahren.

Dabei habe das Verhalten von Privatanlegern „Anzeichen von Überschwang“ gezeigt, erklärte die BIZ. Die Kapitalflüsse in Aktien weckten laut BIZ „Erinnerungen an den Technologieboom Ende der 1990er Jahre.“ So sei die Zahl der Börsengänge nach oben geschnellt. Auch der Anteil nicht profitabler Firmen, die den Finanzmarkt anzapften, habe zugenommen.

In ihrem Quartalsbericht wies die BIZ auch auf den jüngsten Anstieg der Renditen langlaufender Staatsanleihen hin. Zu den Gründen zählte sie, dass Notenbanken versprochen hätten, vor einer Straffung ihrer Geldpolitik erst abzuwarten, bis sich die Konjunktur vollständig von der Pandemie erholt habe. „Das macht es wahrscheinlicher, dass die expansivere Fiskalpolitik und die jüngste Rally bei Öl und anderen hochgradig zyklischen Rohstoffpreisen inflationäre Auswirkungen hat,“ schreiben die BIZ-Experten. In der Euro-Zone hatten sich zuletzt mehrere EZB-Notenbanker besorgt über den Anstieg der Anleiherenditen gezeigt.

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