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Bloomberg Innovation Index 2020 Deutschland ist Innovations-Champion und stößt Südkorea vom Thron

Deutschland belegt im Bloomberg Innovation Index 2020 den ersten Platz. Die USA fielen um eine Position auf den neunten Rang zurück.

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Deutschland ist Innovations-Champion und stößt Südkorea vom Thron Quelle: obs

Deutschland ist im Bloomberg Innovation Index 2020 auf den ersten Platz vorgerückt und hat Südkorea, das sechs Jahre an der Spitze stand, vom Thron gestoßen. Die USA sind um eine Position auf den neunten Rang zurückgefallen. Singapur schaffte es wieder auf den dritten Platz, den der Stadtstaat vor zwei Jahren eingebüßt hatte.

Der jährliche Bloomberg Innovation Index, den es nun seit acht Jahren gibt, analysiert Dutzende von Kriterien anhand von sieben Metriken, darunter Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Fertigungsmöglichkeiten und Konzentration von börsennotierten High-Tech-Unternehmen.

Das Ranking beleuchtet die Innovationskraft von Volkswirtschaften – ein zentrales Thema bei dem jährlichen Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos vom 21. bis 24. Januar.

Im Bloomberg-Index rangierte Deutschland in den drei Kategorien Wertschöpfung in der Fertigung, High-Tech-Dichte und Patentaktivität unter den ersten fünf. Südkorea büßte den Spitzenplatz zum Teil aufgrund eines relativen Einbruchs der Produktivität ein. Das Land sank auf Platz 29 nach Platz 18 im Vorjahr in der Kategorie.

„Der verarbeitende Sektor ist immer noch sehr konkurrenzfähig und eine Quelle für Innovation“, sagt Carsten Brzeski, Chef-Ökonom bei ING. „Deutschlands Performance bei derartigen Indikatoren ist nach wie vor stark und viel besser als die jüngste Konjunkturschwäche vermuten lassen würde.“

Jedoch nannte Brzeski mehrere Gründe, warum sich Deutschland nicht selbstzufrieden zurücklehnen sollte. So sei die Innovation im Dienstleistungssektor weniger beeindruckend, und etwa ein Drittel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung fielen im Automobilsektor an. Das bedeute, dass „Störungen und eine längere Schwäche dieses Sektors auf Deutschlands innovativer Stärke lasten könnten“, sagte er.

USA und Japan rutschen ab

Deutschlands Status als Fertigungsgigant beruht auf der Autoindustrie, aber Bedenken bezüglich Umweltverschmutzung, Handelskonflikten und der schwächeren Entwicklung mehrerer Volkswirtschaften haben auf die Nachfrage gedrückt.

Mangelnde Innovation in der Hochschulausbildung in Deutschland sei „zunehmend besorgniserregend“, fügte Brzeski hinzu, insbesondere, da die Weltwirtschaft sich mehr in Richtung Dienstleistungen und weg vom Verarbeitenden Gewerbe entwickelt. „Die Bundesregierung wäre gut beraten, den anhaltenden Haushaltsüberschuss zu investieren und Deutschlands Innovations-Rolle zu bewahren.“

Das Ranking fiel für die führenden Industrienationen nicht rosig aus. Die USA, die bei der erstmaligen Veröffentlichung des Bloomberg Index Platz eins belegten, sind im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz auf Position neun zurückgefallen. Japan rutschte gegenüber dem Vorjahr um drei Ränge auf Platz zwölf ab.

Die USA konnten den Spitzenplatz weltweit immerhin in zwei Kategorien verteidigen: High-Tech-Dichte und Patentaktivität. Von den 20 börsennotierten Unternehmen mit den höchsten Forschungs- und Entwicklungsausgaben im letzten Fiskaljahr kommen die Hälfte aus den USA, angeführt von Amazon, Alphabet und Microsoft. Deutschland lag an zweiter Stelle mit vier Unternehmen: Volkswagen, Daimler, Siemens und Bayer.

Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft, China, rückte um einen auf Platz 15 vor. Sie verteidigte den zweiten Platz bei der Patentaktivität.

„Innovation ist ein entscheidender Antriebsfaktor für Wachstum und Wohlstand. Chinas Aufstieg in der Rangordnung und der Abstieg der USA verdeutlichen, dass ohne Investitionen in Bildung und Forschung Handelszölle den wirtschaftlichen Vorsprung Amerikas nicht bewahren können“, sagte Bloomberg-Chefökonom Tom Orlik.

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