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Börse Frankfurt Dax fällt schon wieder unter 11.000 Punkte

Der Streit um Griechenland zerrt an den Nerven der Anleger. Auf höchster Ebene wird heute weiter verhandelt. Außerdem sorgt das Anleihekaufprogramm der EZB für Verkaufsdynamik.

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Die Griechenland-Krise bringt den Dax ins Wanken. Quelle: Reuters

Frankfurt Der Dax bleibt im Bann der Griechenland-Krise. Noch immer ist keine Lösung in Sicht. Viele Anleger neigen daher zu Gewinnmitnahmen. Der Dax schloss deswegen am Dienstag bei 11.001 Punkten auf dem tiefsten Stand seit fast vier Monaten.

Im gestrigen Handelsverlauf rutschte der Leitindex sogar deutlich unter 11.000 Punkten. Auch vorbörslich ist das Marktbarometer wieder unter diese Marke gefallen. Heute dürften die Anleger daher erneut mit einem weniger angenehmen Börsenhandel konfrontiert werden.

In Übersee meiden die Aktionäre ebenfalls größere Handelsaktivitäten. In den USA bewegen sich die Indizes nur sehr zaghaft. Der Dow Jones Industrial Average trat mit 17.764,04 Punkten auf der Stelle, während der wesentlich breitere Standard & Poor's 500 minimal auf 2080,15 Punkte stieg. Beide Indizes waren an den drei vorigen Handelstagen gefallen.

Unter Politikern zerrt der Streit rund um Griechenland an den Nerven: „Bei einigen Finanzministern geht die Geduld mit Griechenland zu Ende“, sagte der finnische Ressortchef Alexander Stubb bei einer Veranstaltung mit seinem deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble in Berlin. Gleichwohl sei das Ansteckungsrisiko in der Euro-Zone bei einem Ausscheiden Griechenlands („Grexit“) nicht mehr so groß.

Das neue Reformangebot der griechischen Regierung traf am Dienstagmorgen in Brüssel ein. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, die Vorschläge würden nun sorgfältig von den Institutionen geprüft. Bei den „Institutionen“ – der ehemaligen „Troika“ – handelt es sich um den Internationalen Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission.

Die Suche nach einer Lösung der Griechenland-Krise geht heute auf Spitzenebene weiter. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef François Hollande wollen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras verhandeln. Das Treffen soll am Abend am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels in Brüssel stattfinden.


Inflation erwischt Anleger auf falschem Fuß

Im Zusammenspiel mit der Zahlungsfähigkeit Griechenlands sorgt auch das Anleihekaufprogramm der EZB für eine Verkaufsdynamik an den Börsen. Denn die monatlichen Anleihekäufe nehmen mehr Einfluss auf die Märkte als gedacht.

Vor allem erwischt die stärker anziehende Inflation in der Euro-Zone viele Aktionäre auf dem falschen Fuß. In der Folge greifen sie derzeit vermehrt bei Bundesanleihen zu, deren Renditen innerhalb kürzester Zeit von 0,05 Prozent auf rund 0,954 Prozent anschwollen. Aktien hingegen verlieren im Vergleich ihre Attraktivität.

Auf Unternehmensseite erwarten die Aktionäre der Deutschen Bank die Fortsetzung der Plädoyers der Verteidigung im Strafprozess gegen die frühere Führungsriege des Bankhauses Sal. Oppenheim. Außerdem stehen Hauptversammlungen bei Kuka, Rhön Klinikum und RIB Software an. Die Lufthansa veröffentlicht ihre Verkehrszahlen aus dem Mai.

Im Prozess gegen die ehemalige Führung der Bank Sal. Oppenheim werden heute die Plädoyers der Verteidiger von Friedrich Carl Janssen und Dieter Pfundt erwartet. Die beiden Ex-Chefbanker sind der Untreue in einem besonders schweren Fall angeklagt. Sie bestreiten die Vorwürfe. Im Prozess haben sie sich als Randfiguren dargestellt, die Entscheidungen hätten andere getroffen. Die Staatsanwaltschaft hat für Janssen drei Jahre und sechs Monate Haft gefordert, für Pfundt zwei Jahre und zehn Monate.

Papst Franziskus empfängt heute den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer Privataudienz. Bei dem Gespräch im Vatikan soll es laut Kreml unter anderem um den Ukraine-Konflikt und um die Beziehung der katholischen und der orthodoxen Kirche gehen. Putin hatte Franziskus bereits 2013 zu einer Audienz getroffen.

Staatsmedien in Moskau bezeichneten die neuerliche Zusammenkunft als einen Coup des Kreml in Krisenzeiten mit dem Westen. Vor dem Besuch im Vatikan trifft Putin auf der Weltausstellung Expo in Mailand den italienischen Regierungschef Matteo Renzi.

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