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Börse Frankfurt Gespanntes Warten auf den Ifo-Index

Die starken Wirtschaftsdaten hatten den Dax am Dienstag über 12.000 Punkte getrieben. Am Mittwoch könnte der Ifo-Index bei den Anlegern erneut für positive Signale sorgen. Doch die Vorgaben aus den USA belasten.

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So schnell wie es bergauf ging, so schnell geht es nun wieder nach unten. Der Leitindex wird Opfer des Anleihekaufprogramms der EZB. Quelle: AFP

Frankfurt Nach starken Wirtschaftsdaten hat der Dax am Dienstag erneut die Marke von 12.000 Punkten geknackt. Der deutsche Leitindex schloss bei 12.005 Punkten und einem Plus von 0,92 Prozent. Die Nachrichtenlage stand im Schatten des dramatischen Flugzeugunglücks in Frankreich. Nachdem der Dax zunächst positiv auf die guten Wirtschaftsdaten aus Deutschland reagiert hatte, setzte die Meldung über den Absturz des Germanwings-Airbus' die Märkte unter Schock.

Die Titel der Lufthansa hatten im Verlauf des Handels um teilweise sechs Prozent nachgegeben. Die Aktien gingen bei 13,56 Euro und einem Verlust von 1,56 Prozent aus dem Handel und markierten das größte Tagesminus im Dax. Auch die Titel anderer Fluggesellschaften notierten am Dienstag zwischenzeitlich schwächer. Airbus, der Hersteller der verunglückten Maschine kam zum Ende des Handels auf ein Plus von 0,5 Prozent. Auch die Konkurrenten Air-France und Ryanair schlossen, nachdem sie am Mittag negativ notierten, mit Kursgewinnen.

Am heutigen Mittwoch deuten sich im vorbörslichen Handel zunächst Kursverluste für den Dax ab. Die Indikatoren des Londoner Aktienbrokers IG Markets sahen den Leitindex bei rund 11.967 Punkten. Im späten nachbörslichen Handel am Dienstagabend war bei 11.978 Punkten Schluss.

Die Vorgaben aus New York und Tokio fielen ebenfalls negativ aus. An der Wall Street ging der Dow Jones nach trüben Konjunkturdaten mit einem Verlust von 0,6 Prozent mit 18.011 Punkten aus dem Handel. Die Verbraucherpreise zogen im Februar zum Vormonat um 0,2 Prozent an. Dies schürte Spekulationen, dass die Zinswende in den USA schneller als erwartet kommen könnte. Der japanische Nikkei notierte mit 19.690 Punkten leicht im roten Bereich.

Der Schwung des Dax am Dienstag resultierte aus guten Wirtschaftsdaten. Produktion und Aufträge stiegen so stark wie seit dem vorigen Sommer nicht mehr, wie das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 800 Industriebetrieben und Dienstleistern mitteilte. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft kletterte um 1,5 auf 55,3 Punkte und erreichte den höchsten Stand seit acht Monaten. Sein europäisches Pendant markierte mit 54,1 Zählern sogar ein Vier-Jahres-Hoch.


Jahreszahlen und Konjunkturdaten im Fokus

Das Barometer signalisiert mit Werten von über 50 Zählern Wachstum. „Allem Anschein nach ist die deutsche Wirtschaft wieder auf der Überholspur“, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Dank der EZB-Geldschwemme stünden die Zeichen in Europa bis auf Weiteres auf Wachstum, betonte Chris Williamson, Chef-Volkswirt des Datenanbieters Markit, der die Einkaufsmanager-Indizes ermittelt.

Den stärksten Zuwachs verzeichneten am Dienstag die Titel von Adidas, Commerzbank und Deutsche Bank. Der Sportwarenhersteller erzielte ein Plus von 2,73 Prozent, ein Papier kostet aktuell 71,16 Euro. Die Commerzbank freute sich über ein Plus von 2,68 Prozent und die Deutsche Bank über eine Steigerung von 1,96 Prozent.

Am Nachmittag folgten positive Daten aus den USA, die Inflationsdaten fielen stärker aus als erwartet. Der deutsche Leitindex kletterte daraufhin erneut über 12.000 Punkte. Um sich auf diesem Niveau zu halten sind allerdings keine positiven Wirtschaftsdaten nötigt, meint Jens Klatt von DailyFX.

Der Euro, welcher sich zuletzt wieder erstarkt gegenüber dem Dollar gezeigt hatte, wertete daraufhin gegenüber der amerikanischen Währung ab. Die Gemeinschaftswährung notierte zum Handelsschluss um 0,13 Prozent schwächer bei 1,0903 Dollar.

„Der ein oder andere Schnäppchenjäger bzw. Fonds-Manager wird bereits jetzt bei deutschen Titeln zuschlagen wenn er den 20-prozentigen Lauf in den ersten drei Monaten des Jahres verpasst hat, schlicht um für Interessenten zum Beginn des zweiten Quartals ein attraktives Portfolio vorweisen zu können“, meint der Experte.

Positive Impulse könnte heute der Ifo-Geschäftsklimaindex für März geben. Nach den guten Ergebnissen des Markit-Barometers, hoffen die Anleger auf „eine positive konjunkturelle Gesamtstimmung“, erklärt Andreas Paciorek von CMC Marktes.

Außerdem werden Zahlen zu langlebigen Wirtschaftsgütern in den USA veröffentlicht. Einen Blick in ihre Bücher gewähren Jungheinrich, Kontron, Kuka, LEG Immobilien, Norma und Xing. Einen Blick in die Stimmungswelt der Banken abseits der Aktienmärkte gewähren die Jahresbilanzen der BayernLB sowie der hessischen Landesbank Helaba.

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