Braunkohle Trotz Energiekrise: RWE legt Kraftwerksblock wie geplant still

Der Braunkohleausstieg läuft und wird auch vom Ukrainekrieg nicht aufgehalten. RWE belässt den Block des Kraftwerks in Neurath aber im Reservemodus.

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Die Braunkohlemeiler werden teils stillgelegt künftig weniger Emissionen ausstoßen. Quelle: dpa

Der Energiekonzern RWE will einen 300-Megawatt-Block seines Braunkohlekraftwerks in Neurath trotz der Debatte über einen drohenden Gasmangel am Freitag wie geplant stilllegen. Das bedeutet aber noch kein endgültiges Aus für den ältesten Block des Kraftwerks, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine mögliche Reduzierung des Gasverbrauchs in der Stromerzeugung wird RWE den Block für kurze Zeit konservieren.“

Nach Reuters-Informationen gibt es Überlegungen, den Kraftwerksblock für die sogenannte Sicherheitsbereitschaft zu nutzen. In dieser Notfallreserve stehen Anlagen, die zwar abgeschaltet sind, sich aber kurzfristig wieder aktivieren lassen. Das betrifft derzeit nach früheren Angaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium Kraftwerke mit einer Leistung von 1900 Megawatt. Sie könnten im Notfall zeitweise ans Netz gehen, um den Gasverbrauch bei der Stromerzeugung zu verringern. Für Kraftwerke, die sich in der sogenannten Sicherheitsbereitschaft befinden, erhalten die Betreiber eine Vergütung.

„Wir arbeiten seitens der Bundesregierung mit Hochdruck daran, die Vorsorge zu stärken“, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums von Robert Habeck (Grüne). „Auch im Bereich Braunkohle prüfen wir, welchen zusätzlichen Beitrag die Braunkohle für den kommenden Winter leisten kann und muss, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“ Das Ministerium begrüße die RWE-Entscheidung, den Kraftwerksblock zunächst zu konservieren. Das Unternehmen sicherte zu, alle Maßnahmen zu unterlassen, die eine Wiederinbetriebnahme gefährden könnten.

Habeck hatte am Mittwoch die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen, weil sich durch den Ukrainekrieg die Versorgung mit Gas verschlechtern könnte. Der Minister unterstrich aber, dass es derzeit keine Versorgungsengpässe gebe.

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