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Brexit Auslandsbanken erwarten bis zu 5.000 neue Jobs in Deutschland

Die in London angesiedelten Banken planen tausende Stellen in die EU zu verlegen. Davon dürfte laut Verbandsaussagen zuvorderst Frankfurt profitieren.

Brexit: Mehr Hilfe im Wettbewerb um Brexit-Flüchtlinge gefordert Quelle: AP

FrankfurtWegen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union bauen knapp 20 Banken ihr Geschäft in Deutschland aus. „Wir rechnen mit Personalaufstockungen von 200 bis 300 Stellen je Haus, so dass wir in Summe von 3.000 bis 5.000 neuen Stellen in den nächsten zwei bis drei Jahren sprechen“, sagte Stefan Winter, Chef des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland, am Mittwoch in Frankfurt.

„Addieren wir noch die deutschen Häuser, die Geschäftsbereiche zurückverlagern, kommt sicherlich noch einmal eine vierstellige Zahl hinzu“, sagte der UBS-Manager. Sein Haus hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, wegen des Brexit Stellen nach Frankfurt zu verlagern.

Zwar sei die Hoffnung weiterhin groß, dass in den Verhandlungen zwischen London und Brüssel Übergangsregelungen vereinbart würden, so Sommer. Nach Einschätzung des Verbandes wäre es gemessen am bisherigen Verlauf der Gespräche aber „fahrlässig, fest mit einer Frist bis Dezember 2020 schon heute zu rechnen“.

Institute, die Geschäft aus London abziehen, müssten sich darauf vorbereiten, am 29. März 2019 voll operative Einheiten an anderen Standorten vorzuhalten. Unter den knapp 20 Instituten, die ihrer Präsenz vornehmlich in Frankfurt ausbauen, befinden sich hauptsächlich US-amerikanische und japanische Häuser.

Die in London angesiedelten Banken setzen bei ihren Brexit-Planungen aber nicht nur auf einen Standort in der EU, sondern stärken verschiedene Handelsplätze. „Die Eier werden nicht wieder alle in einen Korb gelegt“, sagte Winter. „Die europäische Landschaft der internationalen Banken wird ähnlich sein wie vor der Jahrtausendwende.“

Der Verband geht davon aus, dass der Großteil der Stellen lokal besetzt werden wird. „Viele Institute verfolgen den Ansatz, nur so wenig Geschäft, Strukturen und Mitarbeiter zu verlagern wie sinnvoll und nötig“, sagte Winter. Der Verband der Auslandsbanken vertritt etwa 200 Mitglieder: ausländische Banken, Fonds, Finanzdienstleister.

Winter mahnte die neue Bundesregierung, die geplante Lockerung des Kündigungsschutzes schnell umzusetzen. „Die Entscheidungen über Verlagerungen werden in den nächsten Monaten erfolgen.“ Nach dem Koalitionsvertrag sollen sogenannte Risikoträger mit einem Jahresgrundgehalt in Höhe von rund 234.000 Euro brutto arbeitsrechtlich leitenden Angestellten gleichstellt werden, für die ein weniger strenger Kündigungsschutz gilt.

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