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Britische Großbank Lloyd's setzt wohl bei Brexit auch auf Frankfurt

Laut einem Insider will sich die britische Großbank Lloyd's auch in Frankfurt niederlassen. Bislang war vor allem Berlin im Gespräch.

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Maximal eine Handvoll Beschäftigter soll von London nach Berlin umziehen. Quelle: Reuters

London Die britische Großbank Lloyd's setzt einem Insider zufolge im Zuge des Brexit nicht nur auf Berlin. Das Management wolle ihre Kunden in den verbleibenden 27 EU-Mitgliedsstaaten durch drei Tochtergesellschaften in Kontinentaleuropa bedienen, sage eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Einer der Standorte werde wohl Frankfurt sein, der zweite zusätzliche Standort stehe noch nicht fest. Mehrere Insider hatten Reuters bereits vor Monaten gesagt, Berlin solle nach dem Brexit der wichtigste Standort von Lloyd's in Kontinentaleuropa werden.

In der deutschen Hauptstadt beschäftigt Lloyd's bereits 300 Mitarbeiter. Maximal eine Handvoll zusätzlicher Beschäftigter werde aus Großbritannien nach Berlin ziehen, sagte der Insider. Ein Lloyds-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Bank setze wegen neuer britischer Vorschriften auf mehrere Standorte in der EU-27, sagte der Insider. Bis Januar 2019 müssen britische Banken bestimmte Bereiche wie das Filialgeschäft von riskanteren Investmentbanking-Aktivitäten isolieren und unter anderem mit eigenem Kapital und Personal ausstatten.

Durch das sogenannte Ring-Fencing soll verhindert werden, dass Steuerzahler im Fall einer Krise angeschlagene Banken stützen müssen. Die mit eigenem Kapital ausgestatteten Einheiten könnten im Krisenfall weiterarbeiten, der Rest könnte problemlos abgewickelt werden, so die Idee.

Deshalb benötige Lloyds eine zweite Tochtergesellschaft in der EU, die den Handel mit Euro-Anleihen betreibt, sagte der Insider. Diese werde wohl in Frankfurt angesiedelt. Eine dritte Gesellschaft solle sich um die Abwicklung der Versicherungssparte Scottish Widows kümmern, die kein Neugeschäft mehr macht. Kunden von Scottish Widows sind auch in der EU-27 angesiedelt.

Alle drei Gesellschaften müssten einzeln mit Kapital unterlegt werden, aber der gesamte Kapitalbedarf dürfte im Vergleich zur Bilanz des Konzerns nicht groß sein. Insider hatten in der Vergangenheit gesagt, dafür würden wohl wenige Hundert Millionen Pfund benötigt.

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