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Britische Großbank Royal Bank of Scotland trifft Vorsorge für den Brexit

Der Skandal um Restschuldversicherung und ein möglicher „harter Brexit“ belastet das Quartalsergebnis der Royal Bank of Scotland. Unter dem Strich steht dennoch ein höherer Gewinn.

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Trotz der Belastungen stieg der Gewinn der RBS im dritten Quartal um 14 Prozent auf 448 Millionen Pfund. Quelle: AP

London Die Royal Bank of Scotland (RBS) macht sich wenige Monate vor dem Brexit Sorgen um die Konjunktur. Wegen der wachsenden wirtschaftlichen Unsicherheiten stellte die britische Großbank 100 Millionen Pfund (113 Millionen Euro) zurück.

„Es gibt einfach viel mehr Ungewissheit, bis es eine Einigung gibt“, begründete Bankchef Ross McEwan am Freitag den Schritt. Fünf Monate vor dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union steht ein Abkommen über die zukünftigen Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und dem Vereinigten Königreich immer noch aus. Die Molltöne lasteten auf der RBS-Aktie, die fünf Prozent verlor.

Die RBS befürchtet, dass im Zuge des Brexit einige Kunden bei der Rückzahlung ihrer Schulden Schwierigkeiten bekommen. Sie ist pessimistischer als einige Wettbewerber. McEwan hatte bereits gewarnt, dass Großbritannien bei einem ungeregelten Austritt aus der EU („harter Brexit“) in eine Rezession schlittern könnte.

Auch der Skandal um Restschuldversicherung schlug erneut zu Buche - diesmal mit 200 Millionen Pfund. Zahlreiche britische Banken hatten ihren Kunden über Jahre unnötige Restschuldversicherungen verkauft und müssen nun Schadenersatz zahlen – allein die RBS hat das inzwischen mehr als fünf Milliarden Pfund gekostet.

Trotz der Belastungen stieg der Gewinn der RBS im dritten Quartal um 14 Prozent auf 448 Millionen Pfund (505,20 Millionen Euro) nach 392 Millionen Pfund im Vorjahresquartal. Angesichts des sehr wettbewerbsintensiven Markts und des unsicheren Wirtschaftsausblicks sei das ein gutes Ergebnis, sagte McEwan. Analysten hatten mit 507 Millionen Pfund gerechnet.

Die Bank äußerte sich nicht zu ihrer künftigen Dividendenstrategie, auf die Anleger seit langem warten. Vor wenigen Wochen hatte die RBS die die erste Dividende seit einem Jahrzehnt gezahlt. Die Kernkapitalquote von 16,7 Prozent liegt deutlich über dem selbstgesteckten Ziel von 13 Prozent und ließe damit Spielraum für weitere Ausschüttungen.

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