Britischer Währungshüter Zinserhöhung wäre keine große Sache

Aktuell belässt die britische Notenbank den Zins auf seinem historischen Tief von 0,25 Prozent. Zu ungewiss ist den Währungshütern der Ausgang der Brexit-Verhandlungen. Vizechef Broadbent sieht die Sache etwas anders.

In einem Radiointerview sprach der Vizechef der britischen Notenbank über die Möglichkeit einer Zinserhöhung. Quelle: Reuters

LondonDer Vizechef der Bank of England (BoE) hat laut über eine Zinserhöhung nachgedacht. Es gebe eine gewisse Möglichkeit, dass die Zügel gestrafft würden, sagte der Währungshüter Ben Broadbent am Freitag der BBC im Hörfunk. Er äußerte sich nur einen Tag, nachdem die Notenbank die Zinsen auf dem historischen Tief von 0,25 Prozent belassen hatte – auch weil den Währungshütern der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen und die maue Konjunktur zu schaffen machen.

Zwei von acht Führungsmitgliedern stimmten dabei für eine Erhöhung um einen Viertel Prozentpunkt, Broadbent war nicht darunter. Eine geldpolitische Straffung sei im Grunde aber keine große Sache, betonte er in dem Interview: „Es ist nur eine Zinserhöhung. Und wir haben uns in der Vergangenheit bestens an Anhebungen dieser Größenordnung gewöhnt.“

Die Märkte erwarten frühestens für das dritte Quartal 2018 eine Erhöhung: Es wäre die erste seit 2007. Die Währungshüter sehen sich mit einer erhöhten Inflationsrate konfrontiert. Sie lag zuletzt mit 2,6 Prozent deutlich über dem Ziel der BoE von zwei Prozent. Das Pfund hat als Folge des Brexit-Votums vom Juni 2016 abgewertet, was Importgüter verteuert und damit die Preise in Großbritannien nach oben treibt.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%