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Buchverlag US-Regierung klagt gegen Milliardenkauf durch Bertelsmann-Tochter

Bertelsmann könnte durch den Kauf von Schuster & Schuster eine beispiellose Kontrolle über die Branche erlangen, warnt die US-Regierung. Die Verlage geben sich kämpferisch.

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Das Unternehmen hatte 2020 erklärt, Simon & Schuster vom US-Konzern Viacom für 2,175 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Quelle: dpa

Die US-Regierung will den milliardenschweren Kauf des US-Verlags Simon & Schuster durch die Bertelmann-Tochter Penguin Random House verhindern. Das US-Justizministerium reichte am Dienstag eine entsprechende Klage beim Bundesgericht in Washington ein.

Wenn es dem größten Buchverlag der Welt erlaubt werde, einen seiner größten Konkurrenten zu erwerben, werde dieser eine beispiellose Kontrolle über die wichtige Branche haben, sagte Generalstaatsanwalt Merrick Garland. Es würden ohnehin nur fünf Unternehmen die US-Verlagsbranche kontrollieren. Simon & Schuster gilt als Nummer vier.

Bertelsmann hatte 2020 erklärt, Simon & Schuster vom US-Konzern Viacom für 2,175 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Damit sollte Penguins Präsenz in den USA gestärkt werden. Unter anderem würden der Romanautor Stephen King, den Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr und der Journalist Bob Woodward hinzugewonnen.

Bei einer Übernahme würde es einen übergroßen Einfluss darauf geben, wer und was veröffentlicht werde und wie Autoren für ihre Arbeit bezahlt würden, so die Kläger. Penguin Random House würde nach einer Fusion fast die Hälfte des Marktes für die Veröffentlichungsrechte an Blockbuster-Büchern halten, hieß es. Der nächste Wettbewerber habe weniger als die Hälfte dieser Größe.

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    Penguin Random House und Simon & Schuster erklärten, sie würden die Klage energisch bekämpfen. Der Markt für den Verkauf von Büchern sei zerklüftet und der kombinierte Marktanteil beider Verlage liege unter einem besorgniserregendem Niveau.

    Bei der Kauf-Ankündigung vor knapp einem Jahr hatte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe erklärt, er sei zuversichtlich, dass die Wettbewerbshüter in den USA und in anderen Ländern dem Vorhaben zustimmen. Penguin Random House und Simon & Schuster kämen in den USA zusammen nur auf einen Umsatzanteil von unter 20 Prozent. Zudem müsse man berücksichtigen, dass der Online-Händler Amazon eine immer größere Rolle auf dem Buchmarkt spiele.

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