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Bundesbank-Forderungen Target-Saldo überschreitet Billionenschwelle

Die Bundesbank-Forderungen steigen erstmals auf mehr als eine Billionen Euro. Das ist nicht allein auf die Aufstockung der Anleihekäufe der EZB zurückzuführen.

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Neuen Daten zufolge stiegen die Bundesbank-Forderungen im Juli um rund 24 Milliarden auf 1,019 Billionen Euro. Quelle: dpa

Die Forderungen der Bundesbank im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken haben erstmals die Billionenschwelle überschritten. Nach neuen Daten der Bundesbank kletterten sie im Juli um rund 24 Milliarden auf 1,019 Billionen Euro. In der Eurozone wird der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr über das Verrechnungssystem mit dem Namen Target-2 abgewickelt. Deutschland ist dabei der größte Gläubiger. Die jüngste Entwicklung ist laut Bundesbank insbesondere auf die Aufstockung der Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank zurückzuführen, mit denen die Währungshüter die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise bekämpfen.

„Die Wertpapierankäufe führen aufgrund ihrer grenzüberschreitenden Effekte typischerweise zu einem Anstieg der Target-2-Salden“, erklärte die Bundesbank. Aber auch andere Faktoren könnten aus ihrer Sicht hinter dem Zuwachs stehen. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage könnten auch sogenannte Safe-Haven Zuflüsse in Reaktion auf die Coronapandemie einen Einfluss gehabt haben.“ Konkrete Hinweise aus dem Kapitalverkehr Deutschlands mit anderen Euro-Ländern gebe es dafür aber bislang nicht. Die Bundesbank geht davon aus, dass die Target-Salden dann wieder sinken werden, wenn die Zentralbankliquidität insgesamt heruntergefahren wird und Geldhäuser verstärkt wieder den Interbankenmarkt zur Liquiditätsversorgung nutzen.

In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren unter Volkswirten eine hitzige Debatte über die Target-Salden. Manche Experten stufen das Target-2-System als tickende Zeitbombe ein. Ihre Argumentation: Sollte ein Land aus dem Euro aussteigen oder der Währungsraum gar auseinanderbrechen, könnte die Bundesbank auf ihren Forderungen sitzenbleiben. Andere Ökonomen bezeichnen solche Argumente dagegen als Panikmache.

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