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Bundesbankchef zur Geldpolitik Weidmann mahnt EZB-Rat zu rechtzeitigem Handeln

Die derzeitige Ausrichtung der Geldpolitik im Euroraum hält Bundesbankchef Weidmann weiter für angemessen. Eine Abkehr davon müsse allerdings rechtzeitig eingeleitet werden. Im Oktober werden erste Justierungen erwartet.

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„Es stellt sich die Frage, wie viel Wasser unter dem Kiel der Geldpolitik bleibt, wenn der nächste Abschwung kommt.“ Quelle: dpa

Frankfurt/Berlin Bundesbankchef Jens Weidmann mahnt die EZB, rechtzeitig die Weichen für eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik zu stellen. Der EZB-Rat müsse darauf achten, „den richtigen Zeitpunkt für eine geldpolitische Normalisierung nicht zu verpassen“, sagte Weidmann am Donnerstag in Frankfurt. Die monetären Bedingungen dürften nach den Planungen der Europäischen Zentralbank (EZB) ohnehin noch lange Zeit konjunkturstützend wirken. „Es stellt sich die Frage, wie viel Wasser unter dem Kiel der Geldpolitik bleibt, wenn der nächste Abschwung kommt“, sagte Weidmann laut Redetext.

Angesichts des gedämpften Preisauftriebs sei eine expansive Ausrichtung der Geldpolitik im Euroraum nach wie vor angemessen. „Darüber, wie stark allerdings geldpolitisch Gas gegeben werden muss und welche Instrumente dabei genutzt werden sollten, kann man freilich unterschiedlicher Auffassung sein“, sagte Weidmann.

Die EZB überprüft derzeit ihre vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe und wird voraussichtlich im Oktober dazu Weichenstellungen vornehmen. Das auf 2,28 Billionen Euro angelegte Wertpapier-Kaufprogramm ist momentan das schärfste Schwert der Währungshüter im Kampf gegen die schwache Inflation. Die Käufe sollen noch bis Ende 2017 laufen. Angesichts des Aufschwungs rechnen viele Experten damit, dass die EZB die Käufe von aktuell monatlich 60 Milliarden Euro ab Januar zurückfährt.

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