CEFC China Energy China bringt größten privaten Ölkonzern unter Staatskontrolle

China stellt seinen größten privaten Ölkonzern unter staatliche Kontrolle. Der Firmengründer sitzt wegen riskanter Geschäfte in Haft.

Chinas größter privater Ölkonzern befindet sich unter staatlicher Kontrolle. Quelle: Reuters

PekingChinas größter privater Ölkonzern befindet sich offenbar unter Staatskontrolle. Die Geschäfte von CEFC China Energy werden seit letzter Woche von der staatlichen Shanghai Guosheng Group geleitet, wie die Zeitung „South China Morning Post“ unter Berufung auf Insider berichtet.

CEFC hatte im September 2017 für Aufsehen gesorgt, als es sich für 9,1 Milliarden Dollar beim russischen Ölkonzern Rosneft eingekauft hatte. Nun wird befürchtet, dass der Deal noch platzt.

Am Donnerstag berichtete das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ in einem Satz, dass CEFC-Geschäftsführer Ye Jianming wegen „wirtschaftlicher Probleme“ in Gewahrsam genommen worden war. Das dazugehörige 25.000-Wort-Dossier wurde kurze Zeit später gelöscht. Die Festnahme sei am 16. Februar, dem ersten Tag des chinesischen Neujahrfestes, auf Anweisung des Staatspräsidenten Xi Jinping geschehen, so die „South China Morning Post“.

Die staatliche Übernahme von CEFC gilt als neuste Episode in Pekings Kampf gegen schuldengetriebene Akquisitionen und riskante Anlagestrategien von Privatunternehmen. Erst in der vergangenen Woche hatte die zuständige chinesische Aufsichtsbehörde das Versicherungsunternehmen Anbang für mindestens ein Jahr unter staatlicher Kontrolle gestellt und dessen CEO Wu Xiaohui wegen „Wirtschaftsverbrechen“ verurteilt.

Nach Meldung der Nachricht machten die an den Börsen von Hongkong, Shenzhen und Singapur notierten CEFC-Aktien einen Gesamtverlust von insgesamt 153 Millionen Dollar. In Schanghai wurde der Handel mit zwei CEFC-Anleihen ausgesetzt, nachdem ihr Wert um 34 Prozent stürzte,

Ye gründete CEFC in 2002 und wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Unternehmer Chinas. 2015 gab CEFC seinen Gesamtumsatz mit 41 Milliarden Dollar an; 60 Prozent kämen durch den Handel von Gas und Öl. Damit lag CEFC im vergangenen Jahr auf Platz 222 der Fortune Global 500 und somit vor Konzernen wie Thyssen-Krupp, Coca-Cola oder Goldman Sachs.

Seit 2015 kaufte seine Firma Unternehmen und Beteiligungen im Energiesektor im Nahen Osten, Afrika und Europa. Einer der größten Kreditgeber von CEFC ist die staatliche China Development Bank, die dem Unternehmen insgesamt 5 Milliarden Dollar geliehen haben soll.

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