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Check24 Verband klagt gegen Online-Vergleichsportal

Der Verband Deutscher Versicherungskaufleute hat eine Klage gegen das Vergleichsportal Check24 eingereicht. Gegen die omnipräsente Werbung haben die Kaufleute kein Mittel – sie stört etwas anderes.

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Werbespot des Verlgeichsportals Check24. Quelle: Screenshot

Die „Old Economy“ geht zum Angriff über: Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute hat eigenen Aussagen zufolge gegen das Internetportal Check24 Klage eingereicht. Das Münchener Landgericht „soll klären, ob das Internetportal Check24 zu Lasten der Verbraucher gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbs verstößt“, begründete der Verband seinen Vorstoß.

Unter dem Deckmantel eines Preisvergleichsportals würden Verbraucher angelockt, um letztendlich Versicherungsverträge über das Portal abzuschließen. „Dabei werden aber die gesetzlichen Anforderungen für Versicherungsvermittler nicht eingehalten“, meint BVK-Präsident Michael Heinz. Zum Schutz der Verbraucher werde die Branche seit Jahren stark reguliert. „Wir können daher nicht tolerieren, dass sich einzelne Akteure einfach darüber hinwegsetzen“, sagt Heinz.

Der Hintergrund dieses Schrittes ist klar: Viele Versicherungsvermittler haben Angst, dass ihnen Internetportale wie Check24 Kunden wegnehmen. Denn das 1999 gegründete Unternehmen hat sich mittlerweile mit mehr als zehn Millionen vermittelten Verträge zum größten Anbieter auf diesem Vertriebsweg entwickelt. In den vergangenen Monaten hat Check24 offensiv geworben, etwa mit TV-Spots.

Erst kürzlich hatte eine Umfrage ergeben, die das Marktforschungsinstitut YouGov in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Detecon International durchführte, dass immer mehr Menschen das Internet nutzen, um sich über Versicherungen zu informieren und einen Vertrag abzuschließen. Nur bei komplexen Versicherungsprodukten, wie etwa Renten- und Krankenversicherungen, seien klassische Versicherungskontakte wie Makler, Versicherungsvertreter oder Versicherungsberater derzeit beliebter - noch.

Check24 bereits abgemahnt

Check24 liegt die Klage nicht vor, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Das Münchener Landgericht wollte sich ebenfalls nicht zu dem Thema äußern. Erst wenn die Klage zugestellt wurde, kann die Behörde den Eingang einer Klage bestätigen. Erfüllt eine Klage aber die formalen Voraussetzungen, kommt es in der Regel nach ein paar Monaten zu einer mündlichen Verhandlung.

Größte Versicherungen weltweit im Jahr 2013

Check24 wurde erst kürzlich von dem Verband abgemahnt. Dabei verwies der BVK auf ein Gutachten des Rechtswissenschaftlers und Versicherungsexperten Professor Hans-Peter Schwintowski, das die „Rechtsauffassung bestätigt, dass Internetvergleichsportale bei der Vermittlung von Versicherungsverträgen die gleichen Anforderungen erfüllen müssen wie Versicherungsvermittler“, wie der Verband erklärte.

In der Praxis würden diese gesetzlichen Anforderungen jedoch nicht ausreichend erfüllt. Demnach würden dem Verbraucher wesentliche Informationen vorenthalten, die dieser benötige, um eine fundierte geschäftliche Entscheidung zu treffen.

Das Münchener Internetportal sah das anders: Aus seiner Sicht würden die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Nun müssen wohl die Richter entscheiden.

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