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Chip-Zulieferer Siltronic – Hoffnung auf Übernahme durch GlobalWafers schwindet

Die Unternehmen warten noch immer auf eine Genehmigung der Übernahme durch das Bundeswirtschaftsministerium. Die Frist läuft zum Ende des Monats aus.

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Das Unternehmen stellt Siliziumscheiben für die Chip-Produktion her. Quelle: dpa

Die 4,35 Milliarden Euro schwere Übernahme des Chip-Zulieferers Siltronic durch den größeren taiwanischen Rivalen GlobalWafers droht am Widerstand der Bundesregierung zu scheitern. Der Hersteller von Siliziumscheiben (Wafer) für die Halbleiter-Produktion signalisierte am Freitagabend, dass die Hoffnung auf eine Genehmigung der Transaktion durch das Bundeswirtschaftsministerium nach dem Außenwirtschaftsgesetz schwindet: Von dort kämen keine Signale, „ob und unter welchen Umständen eine außenwirtschaftsrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Übernahme der Siltronic AG durch GlobalWafers erteilt werden kann“, teilten die Münchner mit. Es gebe keine Fortschritte in den Gesprächen.

Die Zeit drängt: Bis zum 31. Januar muss das Ministerium von Robert Habeck (Grüne) grünes Licht geben, sonst ist der vor mehr als einem Jahr vereinbarte Verkauf geplatzt. GlobalWafers will mit Siltronic zum japanischen Weltmarktführer Shin-Etsu aufschließen und hat sich 70 Prozent der Aktien gesichert.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits vor einer Woche berichtet, dass GlobalWafers und Siltronic sich Sorgen um die ausstehende Genehmigung machen. „Das Thema wird im Ministerium verschleppt“, sagte ein Insider damals. GlobalWafers habe alle verlangten Zugeständnisse gemacht, etwa ein Rückkaufsrecht im Falle eines Weiterverkaufs von Siltronic. Doch die Zusagen reichten dem Ministerium offenbar nicht aus, räumte Siltronic ein. Dieses habe „auch keine konkreten Zusagen oder Auflagen genannt, unter denen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt werden könnt“, hieß es in der Mitteilung.

Der Verkauf der früheren Tochter von Wacker Chemie nach Asien ist für die Regierung angesichts der Diskussionen um die akuten Chip-Engpässe ein sensibles Thema. Asien ist in der Halbleiter-Produktion dominierend. Nun gibt es Bestrebungen, die Chipindustrie wieder in Europa heimisch werden zu lassen - auch mit milliardenschweren Subventionen.

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Standort erkennen

    Dass es daran haken könnte, hatte GlobalWafers-Chefin Doris Hsu in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt: „Das selbsterklärte Ziel der neuen Regierung in Berlin ist es, Europa in ein Powerhouse der Chip-Fertigung zu machen, um auf diesem Gebiet wieder souverän zu werden. Die Zentrale von Globalwafers aber steht in Taiwan.“ GlobalWafers hatte in der Vereinbarung mit Siltronic weitreichende Garantien für die deutschen Standorte und Arbeitsplätze gegeben.

    Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme längst genehmigt, neben der Erlaubnis aus dem Wirtschaftsministerium steht nur noch die Entscheidung der chinesischen Kartellbehörden aus. Von dort hatte GlobalWafers-Chefin Hsu zuletzt aber positive Signale erhalten.

    Mehr: Spitzentechnologie-Waren kommen laut einer Studie immer häufiger aus China statt aus Deutschland. Das gefährdet den Wohlstand. Der Druck auf die Regierung wächst.

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