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Chronik Angelique Renkhoff-Mücke Chefsache Digitalisierung

Angelique Renkhoff-Mücke führt seit bald 20 Jahren das Familienunternehmen Warema. Der Sonnenschutzspezialist ist ein echter Hidden Champion des Mittelstandes. Die Holding-Chefin engagiert sich aber auch politisch.

Die Gesellschafterin und Vorstandsvorsitzende der Warema Renkhoff SE ist auch als Tarifverhandlungsführerin des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie aktiv. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Marktheidenfeld1955: Alles beginnt in einem alten Pferdestall im unterfränkischen Marktheidenfeld: Hans-Wilhelm Renkhoff und Karl-Friedrich Wagner gründen die Firma Warema, sie bieten Leichtmetall-Jalousien an. Der Namen Warema setzt sich aus den beiden Nachnamen und dem Standort zusammen: Wagner, Renkhoff und Marktheidenfeld. Am Anfang sind es fünf Mitarbeiter, bald schon 13, der alte Pferdestall wird zu klein für das schnell wachsende Unternehmen. Die Bilanz des ersten Jahres: Der Umsatz liegt bei 70.000 DM.

1958: Warema wächst, beschäftigt 45 Mitarbeiter, der Jahresumsatz des Unternehmens übersteigt erstmals die Millionengrenze. Und das Unternehmen wird hart getroffen als Mitgründer Karl-Friedrich Wagner im Sommer auf einer Dienstreise tödlich verunglückt. Hans-Wilhelm Renkhoff übernimmt die Firmenleitung.

1961: Das Unternehmen zieht an den heutigen Standort in Marktheidenfeld am Äußeren Ring. Seitdem verging kaum ein Jahr, in dem nicht Erweiterungen oder Anbauten nötig waren.

1965: Zum zehnjährigen Jubiläum feiert Warema in der Kantine. Mit 291 Mitarbeitern setzt das Unternehmen knapp 14 Millionen DM um.

1970er: Warema erweiterte seine Produktpalette: Markisen, Vertikal-Jalousien und Verdunkelungsanlagen. Weil es nicht alle dafür benötigten Bauteile auf dem Markt zu kaufen gibt, beginnt Warema Kunststoffteile und Steuerungskomponenten sowie Spezialmaschinen und -werkzeuge selbst herzustellen.

1980: Zum 25. Firmenjubiläum beschäftigt Warema mehr als 780 Mitarbeiter und setzt knapp 92 Millionen DM um.

1981: Hans-Wilhelm Renkhoff erhält das Bundesverdienstkreuz.

1985: Zum 30. Firmenjubiläum beschäftigt Warema 810 Mitarbeiter und setzt knapp 109 Millionen Euro um.

1989: Die neue Werkshalle mit 12.000 Quadratmeter Produktionsfläche geht in Betrieb und Warema erweitert sein bundesweites Vertriebsnetz in die neuen Bundesländer.

1991: Warema gründet eine Produktionsgesellschaft im sächsischen Limbach-Oberfrohna, die bis heute maßgeblich zum Firmenerfolg beiträgt. Der Umsatz übersteigt die 200 Millionen DM-Schwelle, die Zahl der Mitarbeiter steigt auf 1.318.

1995: Zum 40. Firmenjubiläum feiert Warema ein Familienfest mit mehr als 1.650 Mitarbeitern und deren Familien.

1998: Im August tritt die jüngste Tochter aus erster Ehe, Angelique Renkhoff-Mücke, in den Vorstand der Renkhoff AG ein. Nach einer Banklehre und einem Studium der Betriebswirtschaftslehre an den Fachhochschulen Schweinfurt-Würzburg und München hatte sie zuvor zehn Jahre in der Geschäftsführung des mittelständischen Einzelhandelsunternehmens „Schuh & Sport Mücke“ ihres damaligen Mannes gearbeitet. Zum Jahresende 1998 legt der Firmengründer, Senator E.h. Dr. h.c. Hans-Wilhelm Renkhoff auf eigenen Wunsch sein Vorstandsmandat in der Renkhoff AG und damit den Vorstandsvorsitz nieder und wechselt in den Aufsichtsrat der Renkhoff AG. Mit mehr als 1.700 Mitarbeitern setzt Warema mehr als 330 Millionen DM um.

2000: Angelique Renkhoff-Mücke wird Vorsitzende des Stiftungsrates der Hans-Wilhelm-Renkhoff Stiftung.

2001: Zum Jahresbeginn wird Angelique Renkhoff-Mücke zur Vorstandsvorsitzenden der Renkhoff AG. Warema setzt 234 Millionen Euro um und beschäftigt mehr als 2.150 Mitarbeiter.

2002: Angelique Renkhoff-Mücke wird Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Mainfranken Würzburg.

2004: Angelique Renkhoff-Mücke gründet die Warema International GmbH. Bis heute werden daraus Kunden aus 53 Ländern beliefert. Insgesamt setzt das Familienunternehmen knapp 250 Millionen Euro um und beschäftigt mehr als 2.260 Mitarbeiter.

2005: Zum 50. Firmenjubiläum feiern Unternehmen, Mitarbeiter und Familie ein großes Fest und die Stadt ehrt die Verdienste des Firmengründers mit der Benennung der Hans-Willhelm-Renkhoff-Straße.

2007: Zum Jahreswechsel scheidet Herr H.-W. Renkhoff altersbedingt aus dem Aufsichtsrat aus.

2009: Die Warema Renkhoff Holding AG und die Warema Renkhoff GmbH verschmelzen zur Warema Renkhoff SE (Societas Europaea). Angelique Renkhoff-Mücke wird Mitglied des Vorstandes der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

2011: Am 9. März stirbt der Unternehmensgründer Hans-Wilhelm Renkhoff im Alter von 84 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Im April wird in Kooperation mit der Stadt Marktheidenfeld die Kinderkrippe Sonnenstrahlen eröffnet. Das Betreuungs-Ferienprogramm „Sonnenkinder“ wird ausgeweitet. Im Herbst wird Warema aufgrund zahlreicher familienfreundlicher Maßnahmen zum „Familienfreundlichsten Arbeitgeber Mainfrankens 2011“ gewählt. Der Umsatz erreicht mehr als 375 Millionen Euro mit fast 3.000 Mitarbeitern.

Angelique Renkhoff-Mücke wird Tarifverhandlungsführerin beim Verband der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber.

2015: Angelique Renkhoff-Mücke wird in den Beirat der ERCO GmbH und in den Aufsichtsrat der TÜV SÜD AG berufen. Sie ist die einzige mittelständische Unternehmerin bei der „Initiative Chefsache“. Das Netzwerk von Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft, Ministerien und Medien wirbt für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf und macht Front gegen „unzeitgemäße Rollenstereotype“. Zu den Initiatoren gehören neben Warema auch Allianz, Bayer, Bosch, Lufthansa, EnBW, IBM Deutschland, McKinsey, Siemens, TÜV Rheinland sowie der Zeit-Verlag, das Bundesministerium für Verteidigung, die Caritas und die Fraunhofer-Gesellschaft.

2016: Warema setzt mit 3.400 Mitarbeitern 446 Millionen Euro um, davon rund 23 Prozent im Ausland. Alle Produkte werden auf Einzelbestellung gefertigt, vorwiegend für den Fachhandel, zunehmend auch für ganze Projekte, wie den Bonner Post-Tower, den Arabella-Bogen in München, das Bürgenstock-Resort in der Schweiz oder das PWC-Headquarter in Johannesburg. Warema hat sich mit neun weiteren Markenherstellern rund ums Haus, zu denen auch Gira und Dornbracht zählen, zu der Initiative Connected Comfort zusammengeschlossen. Sie entwickeln gemeinsam Lösungen für Smart Home. Angelique Renkhoff-Mücke erklärt die Digitalisierung zur Chefsache.

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