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Containerstaus Kieler IfW-Institut: Aussichten für Welthandel trüben sich ein

Deutschland hat sich bisher noch nicht vom Einbruch der Importe im Sommer erhöht. Die Staus von Containerschifften trübten die Hoffnung auf einen Zuwachs.

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Erstmals stauten sich laut IfW die Frachter nun vor den großen Seehäfen Chinas und den USA gleichzeitig in besorgniserregendem Ausmaß. Quelle: dpa

Der Welthandel steht dem IfW-Institut zufolge weiter im Bann gravierender Containerstaus und eine Entspannung zeichnet sich nicht ab. „Mittlerweile sind rund neun Prozent der weltweiten Frachtkapazität in vier großen Warteschlangen gebunden, über die Hälfte davon staut sich vor Häfen in den USA“, erklärte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Mittwoch zu seinem Handelsbarometer.

Demnach hat sich Deutschland vom Einbruch seiner Importe im Sommer bislang nicht erholt. Dem globalen Handel fehle ein positiver Impuls. „Er verharrt derzeit auf dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Krise und stagniert nun schon ungewöhnlich lange“, sagte IfW-Experte Vincent Stamer.

„Der Blick auf die Staus von Containerschiffen trübt die Hoffnung auf einen zeitnahen Zuwachs.“ Erstmals stauten sich die Frachter nun vor den großen Seehäfen Chinas und den USA gleichzeitig in besorgniserregendem Ausmaß.

„Als Reaktion auf eine gestiegene Nachfrage und Lieferengpässe ordern viele große Einzelhändler und produzierende Unternehmen derzeit Waren auf Vorrat“, erläuterte Stamer, Leiter des Kiel Trade Indicator. Dies binde die begrenzten Kapazitäten im Transportnetzwerk zusätzlich.

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    Anzeichen für eine Normalisierung dürften sich erst nach dem chinesischen Neujahrsfest im ersten Halbjahr 2022 zeigen. Frühestens ab Sommer könnte sich die Lage auf breiter Front entspannen. „Für Weihnachten ist von einer eingeschränkten Produktauswahl und gerade bei elektronischen Produkten von höheren Preisen auszugehen.“

    Der Einzelhandelsverband HDE hatte jüngst eingeräumt, dass bestimmte, sehr gefragte Produkte knapp werden könnten. „Dass die Menschen bei ihrem Weihnachtseinkauf vor leeren Regalen stehen, ist aber nicht zu erwarten“, hieß es. Das Münchner Ifo-Institut hat zu einer Umfrage erklärt, drei Viertel der Einzelhändler klagten über Lieferprobleme.

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