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Corona und die Banken Deutsche Bank denkt über Kurzarbeit nach

Die Deutsche Bank prüft wegen der Coronakrise die Möglichkeit zur Kurzarbeit. Auch einzelne Volks- und Raiffeisenbanken ziehen diesen Schritt in Betracht.

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Angesichts der Coronakrise denkt die Deutsche Bank über mögliche Kursarbeit nach. Quelle: Bloomberg

In der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten denken auch die deutschen Geldhäuser über Kurzarbeit nach. Bei der Deutschen Bank werde geprüft, ob und wo diese Maßnahme sinnvoll sein könne, erklärte das größte deutsche Geldhaus am Donnerstag gegenüber Reuters.

„Auf der operativen Ebene bereitet die Bank sich für solche Szenarien vor.“ Stand heute gebe es aber keine Kurzarbeit innerhalb des Instituts.

Auch einzelne Volks- und Raiffeisenbanken ziehen die Anmeldung von Kurzarbeitergeld in Betracht. „Dort, wo es sich nicht vermeiden lässt, gehen Genossenschaftsbanken diesen Schritt, um Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte eine Sprecherin des Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).

Für die Bankenbranche wäre der Schritt ein Novum. „Kurzarbeit ist für Banken etwas völlig Neues und Unbekanntes. Mir sind jedenfalls in meiner 35-jährigen Berufserfahrung keine Fälle bekannt“, sagte Stephan Szukalski, Bundesvorsitzender der Bankgewerkschaft DBV.

Kurzarbeit wird in der Regel von Unternehmen wie Autoherstellern oder Maschinenbauern genutzt, um einen wirtschaftlichen Abschwung zu überstehen, ohne Mitarbeiter gleich entlassen zu müssen. Die Bundesregierung hat die Möglichkeiten für Kurzarbeit wegen der Corona-Krise kürzlich ausgeweitet.

„Wir wissen von einer Reihe von Volks- und Raiffeisenbanken, die bereits Kurzarbeitsanträge gestellt haben“, sagte Szukalski. „Viele weitere – sowie die meisten Großbanken – so jedenfalls unsere Einschätzung werden spätestens im Laufe der nächsten Woche nachziehen.“

Insidern zufolge geht es bei möglichen Zwangsurlauben bei den Banken nicht um zehntausende Mitarbeiter wie etwa bei Volkswagen, Fraport oder Lufthansa. Betroffen seien auch nur vereinzelte Bereiche der Institute im Privatkundengeschäft wie etwa Sachbearbeitung, Marketing oder in den Filialen.

„Bisher ist Kurzarbeit rein hypothetisch, aber sollte der Druck durch die Corona-Krise noch länger anhalten, will man vorbereitet sein“, sagte eine mit der Sache vertraute Person. So würden etwa intern Betriebsvereinbarungen geändert oder angepasst, um im Notfall schnell reagieren zu können.

Die Deutsche Bank und die Commerzbank stecken beide derzeit mitten im Konzernumbau und streichen tausende Arbeitsplätze. Das kostet sie viel Geld, alleine die Deutsche Bank hat dafür mehr als sieben Milliarden Euro veranschlagt.

Bleiben nun wegen der Corona-Krise noch längere Zeit Filialen geschlossen oder liegt das Geschäft in manchen Bereichen brach, erhöht das den Druck auf die Kosten noch mehr. Mit Kurzarbeiterregelungen können Kosten gespart werden, da die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns übernimmt.

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