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Coronakrise Zinssenkung der EZB unwahrscheinlich

An den Finanzmärkten wurde zuletzt spekuliert, ob die EZB die Zinsen weiter herabsetzt. Dagegen spricht jedoch eine Reihe von Gründen.

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Zinssenkungen haben begrenzte Auswirkung auf die Realwirtschaft und den Euro-Wechselkurs. Quelle: dpa

Eine weitere Absenkung der bereits rekordtiefen Schlüsselzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB) ist Insidern zufolge derzeit unwahrscheinlich. Denn dies würde nur wenig dazu beitragen, die durch die Corona-Pandemie geschwächte Wirtschaft im Euro-Raum wieder anzuschieben, sagten fünf mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine Reihe von Gründen sprächen gegen eine Zinssenkung: Dazu zählten eine begrenzte Auswirkung auf die Realwirtschaft sowie ein Euro-Wechselkurs, der sich trotz des jüngsten Kursanstiegs immer noch im Rahmen bewege. Zudem könne der negative Einlagezins nicht mehr viel weiter gesenkt werden, da dies dann voraussichtlich mehr schaden als nutzen würde.

Ein Notenbank-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

An den Finanzmärkten war in den vergangenen Tagen spekuliert worden, dass die EZB ihren negativen Einlagesatz noch tiefer ins Minus herabsetzen könnte, um einen Kursanstieg des Euro einzudämmen. Der Satz liegt aktuell bei minus 0,5 Prozent. Der Notenbank-Chef der Niederlande, Klaas Knot, hatte am Mittwoch gesagt, es gebe noch Spielraum für eine Zinssenkung. Beim Einlagesatz sei die Untergrenze noch nicht erreicht.

Knot habe das Thema einer Zinssenkung auf der jüngsten geldpolitischen Sitzung angerissen, sagten mehrere der Insider. Dies sei aber nur eine Diskussion am Rande gewesen. Gegenwärtig liege der geldpolitische Fokus auf den Anleihekäufen und den supergünstigen Kreditspritzen für Banken. 

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