Cyber-Kriminalität Hacker stehlen Millionen durch Attacken über Bezahlsystem Swift

Gleich zwei internationale Banken haben in den vergangenen Tagen Millionendiebstähle gemeldet. Hacker sollen schuld sein.

Die Abwicklungsplattform ist der Mittler für Überweisungen in Höhe von mehrere Billionen pro Tag zwischen mehr als 11.000 Finanzhäusern weltweit. Quelle: Reuters

DüsseldorfDie indische Bank City Union hat am Sonntag Cyber-Kriminelle dafür verantwortlich gemacht, dass umgerechnet etwa 1,6 Millionen Euro unautorisiert überwiesen worden seien. Durch insgesamt drei Überweisungen sei das Geld zu Konten bei internationalen Banken transferiert worden. Die Zahlungen seien über die internationale, professionelle Abwicklungsplattform Swift erfolgt. Eine Zahlung konnte noch gestoppt werden.

Swift ist der Mittler für Überweisungen in Höhe von mehrere Billionen pro Tag zwischen mehr als 11.000 Finanzhäusern weltweit. Spätestens seit Anfang 2016 steht die belgische Organisation unter dem Druck, die eigenen Sicherheitsvorrichtungen zu verbessern und Banken dazu zu bringen, wachsamer zu sein. Der Zentralbank von Bangladesch waren im Februar 2016 über Swift 81 Millionen US-Dollar entwendet worden.

Ende vergangener Woche hatte die russische Zentralbank von einem Fall berichtet, in dem über das Swift-System einer Bank umgerechnet 4,8 Millionen Euro abhanden gekommen seien. Hacker hätten die Kontrolle über einen Arbeitsplatz einer nicht näher genannten russischen Bank übernommen und Swift-Überweisungen ausgelöst.

Eine Swift-Sprecherin sagte, über einzelne mögliche Vorfälle gebe man keine Auskunft. Generell gebe man bei eventuellem Betrug oftmals Hilfe, wie die Systeme der betroffenen Bank sicherer gemacht werden könnten.

Swift hatte Ende vergangenen Jahres berichtet, dass Hacker-Angriffe komplexer würden und neue Technologie bei Cyberattacken zum Einsatz komme. Im Fall der indischen Bank sprach Vorstandschef N. Kamakodi am Sonntag von einer mehrere Länder umfassendem Verschwörung durch professionelle Hacker. Es werde noch geprüft, wie der Angriff erfolgt sei.

Eine Überweisung über 300.000 Euro sei über ein Konto der Bank Standard Chartered in Frankfurt zu einem türkischen Geldhaus geleitet worden. 800.000 Euro flossen über die Bank of America in New York zu einer kleinen chinesischen Bank. Einen Transfer von 400.000 Euro über Standard Chartered in New York nach Dubai konnte das indische Institut stoppen.

Die Far Eastern International Bank aus Taiwan und die NIC Asia Bank in Nepal sind bereits Opfer von Angriffen über das Swift-System geworden. Die russische Staatsbank Globex kam mit dem Schrecken davon, als Hacker im Dezember 2017 versuchten, etwas weniger als eine Million Euro zu entwenden. Der Angriff konnte größtenteils verhindert werden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%