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Daniele Nouy EZB-Bankenaufseherin hält Kultur in der Branche immer noch für verbesserungswürdig

Im Bankgeschäft gibt es zu viele Schlupflöcher, um sich auf Kosten anderer zu bereichern, meint Bankenaufseherin Danièle Nouy. Sie sieht den Gesetzgeber in der Pflicht.

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Frankfurt Die oberste EZB-Bankenaufseherin hält die Kultur in der Finanzbranche noch immer für stark verbesserungswürdig. Diese scheine ihren eigenen Ehrenkodex zu haben und das sei ein Problem, sagte Danièle Nouy am Montag laut Redetext in Brüssel. „Schließlich bietet das Bankgeschäft eine Menge Gelegenheiten reich zu werden auf Kosten anderer – ob diese Kunden sind, Aktionäre oder Steuerzahler.“

Gleichzeitig seien Banken anfällig für eine Kultur, die es toleriere, dazu ermutige oder Menschen sogar unter Druck setze, solche Gelegenheiten wahrzunehmen. Nouy, deren Amtszeit Ende Dezember nach fünf Jahren abläuft, sieht die Gesetze als erste Verteidigungslinie. „Die Gesetzgeber müssen einen soliden regulatorischen Rahmen schaffen.“

Dieser sollte Gelegenheiten und Anreize für unethisches Verhalten begrenzen. „Die Vergütungsregeln sind ein einschlägiges Beispiel hier.“ Auch sollte es Sanktionsmechanismen geben. Da sei man vielfach noch nicht am Ziel angelangt – auch in Europa. Und die Aufseher müssten rigoros prüfen, ob Banken die an sie gestellten Erwartungen erfüllten.

Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Kontrolle der größten Geldhäuser in der Euro-Zone zuständig. Aktuell überwacht sie 119 Institute – darunter hierzulande die Deutsche Bank und die Commerzbank.

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