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Daniele Nouy EZB-Bankenaufseherin: Rendite-Anstieg könnte Italiens Wirtschaft schaden

Der Renditeabstand zwischen italienischen und deutschen Staatspapieren nimmt zu. Dies könnte Italiens Wirtschaft beeinträchtigen, warnt EZB-Bankenaufseherin Nouy.

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Die Amtszeit der französischen Chefin der EZB-Bankenaufsicht endet im Januar 2019. Quelle: dpa

Mailand Die steigenden Anleihenrenditen in Italien könnten nach Einschätzung der obersten EZB-Bankenaufseherin Daniele Nouy im Endeffekt der Volkswirtschaft des Eurolandes schaden. Der zunehmende Renditeabstand zwischen italienischen und deutschen Staatspapieren könnte die „positiven Ergebnisse“ der italienischen Banken bei der Reduzierung der Problemkredite in Gefahr bringen, sagte die Französin der Zeitung „Il Sole 24 Ore“ in einem Interview am Samstag.

Die Geldvergabe der Finanzinstitute könnte dadurch beeinträchtigt werden, was wiederum für die Konjunktur abträglich wäre. Die zehnjährigen italienischen Anleihen rentieren aktuell bei etwa 3,4 Prozent, rund drei Punkte über vergleichbaren Bundestiteln.

Um den Kursverfall bei heimischen Staatsanleihen aufzuhalten, haben italienische Banken in den vergangenen Monaten kräftig in diese Titel investiert. Zwischen Mai und September erhöhten sie ihren Bestand um insgesamt 39 Milliarden Euro. Die Geldhäuser halten nun fast ein Viertel aller italienischen Staatsbonds.

Nach der Wahl Anfang März und der Bildung einer Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega hatten ausländische Investoren im zweiten Quartal ihr Engagement in Staatsanleihen um drei Prozentpunkte gesenkt. Das war der größte Rückgang seit 2012. Auch während der Euro-Schuldenkrise waren italienische Banken verstärkt eingesprungen, um den Ausverkauf bei heimischen Anleihen aufzuhalten.

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