De Maizière widerspricht Altmaier „Wer sich nicht entscheiden kann, soll zur Not ungültig abstimmen“

Politiker rufen dem Wahlvolk mehr oder weniger unisono zu: Geht wählen, mischt Euch ein. Doch dann macht ausgerechnet Kanzleramtschef Peter Altmaier eine Ausnahme. Dafür erntet er Kritik – auch aus den eigenen Reihen.

ARCHIV - Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) äußert sich am 04.09.2017 bei einem Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen in Berlin. (zu dpa:

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat seinem CDU-Kollegen Peter Altmaier widersprochen und alle Bürger aufgerufen, am kommenden Sonntag auf jeden Fall zur Bundestagswahl zu gehen. „Nein, jeder sollte von seinem Wahlrecht Gebrauch machen und zur Wahl gehen“, sagte de Maizière auf die Frage, ob es besser sei, gar nicht zur Wahl zu gehen statt AfD zu wählen. Dies hatte Kanzleramtschef Altmaier am Dienstag so gesagt.

„Ich hoffe, dass die AfD nicht viel gewählt wird. Hingehen muss man auf jeden Fall“, fügte Innenminister de Maizière im Video-Interview der „Bild“-Zeitung am Mittwoch hinzu. „Wenn man sich gar nicht entscheiden kann, soll man zur Not ungültig abstimmen.“ Es gebe „in Wahrheit keine Ausrede, nicht zur Wahl zu gehen“.

Tags zuvor hatte Kanzleramtschef Altmaier unzufriedenen Bürgern geraten, bei dieser Bundestagswahl lieber keinen Stimmzettel abzugeben als AfD zu wählen. „Aber selbstverständlich“, antwortete Altmaier auf die Frage, ob ein Nicht-Wähler besser sei als ein AfD-Wähler. „Die AfD spaltet unser Land. Sie nutzt die Sorgen und die Ängste der Menschen aus. Und deshalb glaube ich, dass eine Stimme für die AfD – jedenfalls für mich – nicht zu rechtfertigen ist“, sagte der CDU-Politiker

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