WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Deal mit Refinitiv Deutsche Börse wohl kurz vor Übernahme von Devisenplattform FXall

Gespräche über einen möglichen Deal mit Refinitiv sind Insidern zufolge in einem fortgeschrittenen Stadium. Als Kaufpreis für XFall wurden rund 3,5 Milliarden Dollar genannt.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Mit der Übernahme der Devisenplattform FXall würde die Deutsche Börse ihr Angebot deutlich auszubauen. Quelle: dpa

Frankfurt/New York Der Finanzdatenanbieter Refinitiv steht nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters kurz davor, seine Devisenhandelsplattform FXall an die Deutsche Börse zu verkaufen. Gespräche über den Deal seien in einem fortgeschrittenen Stadium, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen am Mittwoch.

Als Kaufpreis wurden rund 3,5 Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) genannt. Sollte es zu einem Abschluss kommen, würde das der Deutschen Börse helfen, ihr Angebot deutlich auszubauen und Refinitiv könnte einen Teil seines hohen Schuldenbergs abbauen. „Wir äußern uns nicht zu Marktspekulationen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse. Refinitiv äußerte sich zu den Informationen zunächst nicht.

Refinitiv gehört dem Finanzinvestor Blackstone und dem kanadischen Informationskonzern ThomsonReuters, der Muttergesellschaft der Nachrichtenagentur Reuters. Refinitiv entstand im vergangenen Jahr, nachdem Blackstone das Geschäft mit Finanzdaten von ThomsonReuters teilweise übernommen hat.

FXall hat rund 2300 institutionelle Kunden in aller Welt, die über die Plattform Devisentransaktionen abwickeln. Die Firma bietet den Handel in rund 500 Währungspaaren an. Dass die Deutsche Börse Interesse an FXall hat, ist schon länger bekannt.

Der größte deutsche Börsenbetreiber hatte am Dienstag erklärt, dass es für rund 850 Millionen Dollar Axioma, einen Anbieter von Risikomanagement-Software gekauft hat. Axioma soll mit dem Index-Geschäft der Börse verschmolzen und Kern einer neuen Firma für Finanzdatenanalyse werden. Finanziert wird der Deal über den Finanzinvestor General Altlantic, der zunächst einen Minderheitsanteil hält und nach Angaben der Börse in etwa fünf Jahren wieder aussteigen will. Das Indexgeschäft der Börse wird mit rund 2,6 Milliarden Euro bewertet.

Die Börse hatte am Mittwoch explizit bekräftigt, dass sie auch nach diesem Deal noch Feuerkraft für weitere Zukäufe habe. Finanzchef Gregor Pottmeyer hatte in der Vergangenheit gesagt und am Mittwoch bekräftigt, diese betrage rund 1,5 Milliarden Euro. Die Börse hatte allerdings ebenfalls wiederholt erklärt, dass man eine Kapitalerhöhung nicht ausschließe, sollte sich eine interessante strategische Option bieten.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%