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Deloitte-Studie Deutsche Kunden wollen Onlinebanking nicht via App erledigen

Bei der Digitalisierung der Finanzbrache landet Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 24 von 38. Schuld daran sind scheinbar die Kunden.

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Offenheit deutscher Bankenkunden für neue digitale Bankservices gilt als eher überschaubar. Quelle: obs

Frankfurt Deutschland spielt in einer Liga mit Ländern wie Ungarn, Bulgarien und Katar, wenn es um die Digitalisierung von Finanzservices geht. Insgesamt landet Deutschland auf Platz 24 von 38 und damit im hinteren Mittelfeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Studie von Deloitte.

Die Autoren erklären das vor allem mit einem Grund: der eher geringen Bereitschaft der Kunden, sich auf Veränderungen einzulassen. „Es ist nicht die Qualität der digitalen Angebote, sondern die Präferenzen der Nutzer, die dazu beitragen, dass Deutschland schwächelt, wenn es um die Digitalisierung der Finanzdienstleistungen geht“, sagt Jürgen Lademann, Partner und Digitalisierungsexperte bei Deloitte.

„So ziehen Nutzer es derzeit vor, ihre Bankgeschäfte, noch immer am Laptop zu erledigen und nicht mit Hilfe neuerer Apps am Handy.“ Bankkunden an anderen Ländern, etwa Spanien, seien da schon deutlich weiter und zeigten mehr Offenheit gegenüber neuen digitalen Angeboten.

Die Experten ordnen die untersuchten Länder in Europa, Afrika und dem Nahen Osten in vier Kategorien ein. Das Ranking führen die „digitalen Champions“ an. Dazu gehören Länder wie Spanien, die Schweiz und Türkei. Dahinter kommt die Gruppe der Verfolger, der so genannten „Smart Follower“, mit Ländern wie Finnland und Frankreich, gefolgt von den so genannten „Adopters“.

Darunter sind Deutschland, Ungarn und Bulgarien, in denen sich die Nutzung der digitalen Finanzdienstleistungen in einem eher frühen Stadium befindet. Die Schlussgruppe bilden Länder wie Jordanien und Island, die „Latecomers“.

Die Deloitte-Experten haben insgesamt mehr als 8000 Bankkunden für die Studie befragt und gut 800 verschiedene digitale Funktionalitäten berücksichtigt – etwa ob Banken in sozialen Medien wie Twitter und Facebook vertreten sind, wie Überweisungen verifiziert werden, wie Kunden ein Konto eröffnen oder sich über verschiedenen Produkte informieren können.

„Was uns erstaunt hat, war letztendlich, dass die digitalen Angebote der klassischen Banken nicht wesentlich schlechter sind als die der reinen Online-Banken“, so Lademann von Deloitte. „Es mag sicherlich Unterschiede geben, wenn es um die Abwicklung geht und was im Back Office passiert.“

Da kämpften die Neueinsteiger mit weniger IT-Problemen als die klassischen Wettbewerber. „Aber schaut man allein auf die digitalen Funktionalitäten, die die Kunden sehen und erleben, dann sind die Angebote recht homogen“, sagt der Deloitte-Digitalexperte. Es braucht daher nach Ansicht der Autoren der Studien eines „kollektiven Rucks“, damit Deutschland in Sachen Digitalisierung der Finanzservices vorankommt.

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