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Depfa Abwicklungsgesellschaft macht Gewinn mit Altbeständen der Hypo Real Estate

Die Abwicklung der einstigen Tochter der Hypo Real Estate kommt gut voran. Das macht bei anderen Häusern in Dublin die Mitarbeiter begehrt.

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Seit gut drei Jahren gehört die Depfa der Münchener FMS Wertmanagement. Quelle: dpa

München Den Namen Depfa kennen heute nur noch Finanzkreise mit längerer Berufserfahrung. Und diejenigen, die ihn kennen, würden ihn womöglich am liebsten vergessen. Der aus Irland agierende Staatsfinanzierer gehörte zum Portfolio der während der Finanzkrise kollabierten Hypo Real Estate (HRE). Und trug einen nicht unerheblichen Teil zu deren Niedergang bei.

Denn die irische Tochter finanzierte bis zur Schieflage im Herbst 2008 ihr extrem langfristig finanziertes Kredit- und Wertpapierportfolio zur Hälfte mit Laufzeiten von weniger als einem Jahr. Als sich dann die Banken aus purer Verunsicherung kein Geld mehr liehen, war der Staatsfinanzierer gescheitert.

Seit gut drei Jahren gehört die Depfa der Münchener FMS Wertmanagement. 323 Millionen Euro hatte sie damals dafür gezahlt. Sie fungierte vorher schon als Abwicklungsgesellschaft für die Altbestände der HRE und kennt sich bestens damit aus, Portfolios Jahr für Jahr zu verkleinern.

Damals, im Jahr 2014, lag die Bilanzsumme der Depfa bei 48,5 Milliarden Euro, dazu fiel ein Verlust vor Steuern von 185 Millionen Euro an. Die Zahlen für das Jahr 2017 hat die irische Tochter am Donnerstagnachmittag auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Da steht ein Gewinn vor Steuern von 93 Millionen Euro, nachdem es ein Jahr zuvor schon 52 Millionen Euro waren. Laut Businessplan aus dem Jahr 2014 wollte die Depfa bis einschließlich 2019 rote Zahlen ausweisen.

Noch interessanter als die jüngsten Gewinne ist das Fortkommen beim Abbau von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten. Standen bei den Assets ein Jahr davor noch 28 Milliarden Euro, so ist die Zahl zum Jahreswechsel auf 19 Milliarden Euro geschrumpft. In gleicher Größenordnung ging es bei den Schulden bergab, die von 26 auf 17 Milliarden Euro schrumpften.

Langfristig stellt sich deshalb für das Management der Mutter FMS in München die Frage, wie es mit der Depfa weitergehen soll. Auch wenn es vermutlich noch Jahre dauert, bis die allerletzten Bestände veräußert sind, so zeichnet sich doch bereits ab, dass irgendwann der Punkt kommen wird, an dem es wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist, die Bestände selbst zu verwalten. Würde der Preis stimmen, dann könnten die Restbestände eines Tages an einen anderen Investor gehen, ist immer wieder zu hören.

Hinzu kommt für die Depfa mit dem Brexit ein weiteres Problem. Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union belastet zwar ihr Geschäft nur gering, da laut Geschäftsbericht nur ein kleiner Teil des Portfolios britischer Herkunft ist. Anders ist es dagegen der indirekte Einfluss, zieht es doch viele Londoner Banken mittlerweile nach Dublin. Die Spezialisten der Depfa sind dort heiß begehrt.

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