Deutsche Bank Cryan rechtfertigt erhöhte Boni

Deutsche-Bank-Chef Cryan knüpft Bonuszahlungen im neuen Jahr eng an den Konzernerfolg. Trotzdem kann die Bank nicht drauf verzichten, wenn sie das Top-Personal halten will.

„Die Bezahlung unserer Mitarbeiter wird sich konsequent am Geschäftserfolg orientieren.“ Quelle: Reuters

Üppige Boni sind bei der Deutschen Bank nach Darstellung von Konzernchef John Cryan kein Automatismus. „Die Bezahlung unserer Mitarbeiter wird sich konsequent am Geschäftserfolg unserer Bank orientieren“, versicherte Cryan laut Redetext am Freitag in Frankfurt. „Die diesjährige variable Vergütung ist eine einmalige Investition, um der neuen Führung unserer Unternehmens- und Investmentbank die Chance zu geben, unsere Marktposition zu sichern und auf ausgewählten Geschäftsfeldern auszubauen.“

Im neuen Jahr will das Geldhaus trotz erneuter roter Zahlen etwa eine Milliarde Euro als Bonuszahlung an ihre Mitarbeiter und Manager ausschütten. Vor allem die traditionell gut bezahlten Investmentbanker sollen sich für wieder höhere Boni eingesetzt haben.

Co-Chef Marcus Schenck hatte den Schritt kürzlich in einem Interview verteidigt: „Wir müssen gerade jetzt in unsere Leute investieren und international wettbewerbsfähig bleiben – auch bei den Gehältern.“ Mehrere Politiker hatten die Bank dafür bereits scharf kritisiert. Cryan betonte bei der Bilanzvorlage: „Kommendes Jahr ist eine ähnliche Vergütung nur bei entsprechendem Geschäftserfolg zu rechtfertigen.“

Die Deutsche Bank hatte am Freitagmorgen den dritten Jahresverlust in Folge präsentieren müssen. Das größte deutsche Geldhaus machte nach Steuern ein Minus von 500 Millionen Euro. Besonders der Einmaleffekt der US-Steuerreform hat das negative Ergebnis beschert.

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