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Deutsche Bank Ex-Chef Ackermann wehrt sich

Lange hatte Josef Ackermann zur Entwicklung der Deutschen Bank und zu eigenen Fehlern geschwiegen. Im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ meldet sich der Ex-Chef des größten deutschen Geldhauses jetzt zu Wort.

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Der Ex-Chef der Deutschen Bank hat sich in der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Wort gemeldet. Quelle: AP

Frankfurt Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verteidigt sich gegen Vorwürfe seiner Nachfolger, er habe die aktuelle Misere der Bank mit ausgelöst. Ackermann bekannte, dass die vielen Rechtsfälle und Vergleiche, die auf Geschäfte in seiner Zeit zurückgehen, „dem traditionell großen Ansehen der Bank gerade in Deutschland alles andere als zuträglich“ gewesen seien.

„Damit, dass es geschäftlich heute nicht mehr so gut läuft, haben sie jedoch relativ wenig zu tun“, betont er in einem Interview mit der Wochenzeitung „Zeit“. Damit gibt der Vorstandschef die Verantwortung für die Krise zurück an seine Nachfolger. „Sehen Sie sich doch die amerikanischen Wettbewerber an, die um ein Vielfaches höhere Rechtskosten zu schultern hatten! Denen geht es trotzdem wieder blendend.“

Seinen kürzlichen Verzicht auf noch ausstehende Boni gemeinsam mit seinem einstigen Führungsteam will er keinesfalls als Schuldeingeständnis an der Misere der Deutschen Bank gewertet wissen, sondern als Konzession an die Öffentlichkeit. „Wir haben, wie schon damals in der Finanzkrise, erneut einen Solidarbeitrag geleistet“, sagt er der Zeit.

Nach einem jahrelangen erbitterten Streit mit ihrem früheren Arbeitgeber hatten elf ehemalige Vorstände der Deutschen Bank Ende Juli diesen Jahres auf Zahlungen von zusammen 38,4 Millionen Euro verzichtet. Der freiwillige Verzicht bezieht sich auf einen großen Teil der noch nicht ausgezahlten Vergütung der ehemaligen Top-Manager. Zugestanden hätten den Ex-Vorständen zusammen eine Summe von 69,8 Millionen Euro, von denen nun 31,4 Millionen ausbezahlt werden.

Die Deutsche Bank war in den vergangenen Jahren in zahlreiche Skandale verstrickt, die die Gewinne des Geldhauses und mehrere Kapitalerhöhungen immer wieder auffraßen. Alleine seit 2012 musste das Institut fast 15 Milliarden Euro für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten bezahlen.

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