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Deutsche-Bank-Fondstochter DWS bekräftigt Wille zu Fusionen und Übernahmen

Die DWS will bei der erwarteten Konzentration der Vermögensverwalter eine aktive Rolle spielen. Das beflügelt die Fusionsphantasien.

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Hauptversammlung der DWS: Pathos und Kostendisziplin Quelle: Reuters

Frankfurt Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS will nach wie vor bei der erwarteten Konzentration der europäischen Vermögensverwalter nicht nur an der Seitenlinie zu stehen. Die DWS werde „eine aktive Rolle spielen und aktiv Chancen auch für anorganisches Wachstum ergreifen – wenn sie sich uns bieten“, sagte der Vorstandschef des Unternehmens, Asoka Wöhrmann, am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Die Aktie zog daraufhin an und lag zuletzt gut zwei Prozent im Plus.

Es ist das erste Treffen der Aktionäre. Die DWS war im März 2018 an die Börse gegangen, rund vier Fünftel der Anteile gehören immer noch der Deutschen Bank. Sie will langfristig an der DWS beteiligt bleiben, schließt eine Fusion des Geschäfts mit einer anderen Vermögensverwaltung aber nicht aus. Konzernchef Christian Sewing hatte erst Ende Mai klar gemacht, dass die DWS „auch im Falle einer Fusion (...) weiter zum Kerngeschäft (...) gehören wird“. Gleichzeitig hatte er das Ziel ausgegeben, aus der DWS einen der zehn größten Vermögensverwalter der Welt zu formen.

Aus eigener Kraft ist das nicht machbar: Um in die Top 10 aufzusteigen, müsste die DWS ihr verwaltetes Vermögen auf 1,4 Billionen Euro verdoppeln. An dem Fondshaus ist unter anderem der größte europäische Konkurrent Amundi aus Frankreich interessiert.

Insidern zufolge verhandelt die Deutsche Bank derzeit aber mit der Schweizer Großbank UBS über eine Zusammenlegung ihrer Fondstochter mit den entsprechenden Aktivitäten der UBS. Zusammen kämen die beiden Asset-Management-Sparten auf ein verwaltetes Vermögen von rund 1,4 Billionen Euro. Doch die Gespräche kommen nur schleppend voran, weil sich die beiden Seiten Insidern zufolge bei der Frage der Kontrolle über das Geschäft uneins sind.

Hintergrund des Fusionsfiebers unter den Vermögensverwalters ist der wachsende Kostendruck und der harte Preiswettbewerb. Bei sinkenden Gebührenmargen und hohem Investitionsbedarf lassen sich die Gewinne nur steigern, wenn die verwalteten Vermögen wachsen.

Die DWS strebt mittelfristig ein Nettomittel-Aufkommen von durchschnittlich drei bis fünf Prozent an, wie Wöhrmann auf der Hauptversammlung bekräftigte. Zugleich sollen die Kosten weiter sinken auf eine Aufwand-Ertrags-Relation von unter 65 Prozent – einem Euro an Einnahmen sollen also maximal 65 Cent an Ausgaben gegenüber stehen. „Das wird künftig höchste Priorität haben“, sagte Wöhrmann. Das DWS-Urgestein hatte im Herbst Nicolas Moreau als Chef abgelöst.

Mehr: Die europäischen Vermögensverwalter stehen vor einem Konzentrationsprozess. Lesen Sie hier, warum die warum die Vermögensverwalter unter Zugzwang stehen.

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