Deutsche-Bank-Tochter DWS gibt grünes Licht für den Börsengang

Die Fondsgesellschaft DWS hat ihren Börsengang nun offiziell angekündigt. Der Erlös daraus geht komplett an die Deutsche Bank.

DWS: Deutsche-Bank-Tochter will schnell aufs Börsenparkett Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt

FrankfurtDie Deutsche Bank macht ernst mit dem Börsengang ihrer Fondstochter DWS. Am Montag veröffentlichten beide die offizielle Ankündigung des Börsengangs des Vermögensverwalters. „Der geplante Börsengang gibt uns die Möglichkeit, das volle Potenzial der DWS für unsere Kunden und Mitarbeiter auszuschöpfen“, ließ sich DWS-Chef und Deutsche-Bank-Vorstand Nicolas Moreau am Montag zitieren. DWS legte sich weiterhin nicht auf einen genauen Termin fest, kündigte aber an, der Börsengang solle „im frühestmöglichen Zeitfenster erfolgen“. Die Deutsche Bank will früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge rund ein Viertel ihrer Aktien abgeben und erhofft sich davon einen Erlös von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro.

Die Aktienplatzierung der DWS ist ein wichtiger Teil der Strategie von Deutsche-Bank-Chef John Cryan - und der am besten planbare. Während die Integration der Postbank in das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank und der Umbau der Firmenkunden- und Investmentbank noch keine greifbaren Früchte trägt, macht der Gang der Fondstochter auf das Parkett damit Fortschritte. Gelingt der Börsengang, könnte Cryan den Aktionären zur Hauptversammlung im Mai einen sichtbaren Fortschritt des Konzernumbaus präsentieren. Der Börsengang ist unter Investoren allerdings umstritten, weil die Deutsche Bank damit auch einen Ertragsbringer teilweise abgibt.

Den Erlös aus dem Börsengang wird der Deutschen Bank komplett zufließen, denn er soll „voraussichtlich ausschließlich aus einem Verkauf bestehender Aktien“ bestritten werden, die sich bislang im Besitz der DWS-Mutter befinden. Finanziell gesehen profitiert mit der Transaktion damit vor allem die Deutsche Bank. Die DWS erhofft sich andere Vorteile wie einen größeren Spielraum beim Wachstum und bei Übernahmen. Außerdem kündigte die Fondsgesellschaft ein „neues Vergütungssystem“ an, das besser auf die Anforderungen eines Vermögensverwalters abgestimmt sei. Ein eigenes Bonussystem galt intern immer als wichtiger Vorteil. In der Vergangenheit hat es viele DWS-Mitarbeiter häufig frustriert, dass sie trotz eigener guter Zahlen Einbußen bei den eigenen Boni spürten, weil es auf Ebene der Deutschen Bank Verluste gab.

Investoren will die DWS mit der Aussicht auf hohe Dividendenrenditen locken. Das Unternehmen kündigte eine Ausschüttungsquote von 65 bis 70 Prozent ihres Nettoergebnisses als Dividende an. Außerdem hofft die Fondsgesellschaft auf jährliche Nettozuflüsse an Kundengeldern von drei bis fünf Prozent an. Die spannende Frage wird lauten, ob das ausreicht, um Investoren darüber hinwegzutrösten, dass die DWS mit der Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien eine ungewöhnliche gesellschaftsrechtliche Konstruktion gewählt hat, die Investoren potenziell weniger Mitsprache ermöglicht. Daran hatte es im Vorfeld viel Kritik gegeben.

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