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Deutsche Bankenverbände „Stresstest kein Maßstab für Kapitalbedarf“

Deutsche Banken wehren sich nach dem Stresstest gegen Forderungen nach einer höheren Kapitalquote – und relativieren die Ergebnisse: Das Krisenszenario sei nicht auf alle Institute übertragbar, so die Bankenverbände.

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Die Ergebnisse des Stresstest haben zwar keine direkte Konsequenzen für die Banken, doch die Aufsichtsbehörden nehmen sie als Entscheidungshilfe für neue Regulierungsvorhaben. Quelle: dpa

Frankfurt Die deutschen Bankenverbände warnen vor übereilten Rückschlüssen aus dem europaweiten Banken-Stresstest. Es sei „nicht möglich, aus den bankindividuellen Ergebnissen direkt auf einen bestimmten Kapitalbedarf zu schließen“, betonten die Verbände der privaten (BdB) und öffentlichen Banken (VÖB), der Sparkassen (DSGV) und der Pfandbriefbanken (vdp) am Samstag. Die deutschen Banken hätten sich auch in einem strengen Belastungsszenario als „grundsätzlich robust und widerstandsfähig“ erwiesen. „Die harte Kernkapitalquote reduzierte sich naturgemäß als Reaktion auf den Stress, sie blieb jedoch bei allen beteiligten Banken verlässlich.“ Das gehe vor allem darauf zurück, dass die Häuser ihre Risikopuffer schon zuvor kräftig aufgestockt hätten.

Die Ergebnisse des Stresstests haben diesmal keine direkten Konsequenzen für die Banken. Sie dienen als Entscheidungshilfe für die Aufsichtsbehörden, die Ende des Jahres erneut die individuellen Kapitalvorgaben für die Kreditinstitute festlegen. Die Commerzbank und die Deutsche Bank hatten sich im Stresstest als anfällig für das getestete Krisenszenario mit einer schweren Rezession erwiesen. Die Bankenverbände wiesen aber darauf hin, dass der Stresstest alle Institute über einen Kamm geschoren habe, um sie vergleichen zu können. „Die Vorgaben sind also nicht auf das individuelle Bankportfolio zugeschnitten.“

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