WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Deutsche Bundesbank Deutsche sparen so viel wie selten, doch ihr Vermögen wächst kaum noch

Private Haushalte haben in den ersten drei Monaten 69 Milliarden Euro gespart. Doch weil die Aktienkurse schwächelten, stieg das Geldvermögen deutlich weniger an.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Deutsche sparen so viel wie selten, doch ihr Vermögen wächst kaum Quelle: dpa

Frankfurt Das Geldvermögen der Deutschen ist im ersten Quartal dieses Jahres kaum noch gewachsen, obwohl die Menschen so viel Geld auf die Seite gelegt haben wie selten zuvor. Verantwortlich dafür sind kräftige Bewertungsverluste für die bereits gehaltenen Aktien und Investmentfonds, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt berichtete.

69 Milliarden Euro haben die privaten Haushalte in den ersten drei Monaten des Jahres in ihr Vermögen fließen lassen und so laut Bundesbank einen der höchsten Quartalswerte seit der Jahrtausendwende erreicht. Vor allem wegen der Bewertungsverluste der Anlagen am Kapitalmarkt stieg das Brutto-Geldvermögen allerdings nur um 14 Milliarden auf 5875 Milliarden Euro.

Immer noch werden wenig rentable, aber liquide Anlageformen bevorzugt, berichtete die Bundesbank. So flossen 15 Milliarden Euro in Bargeld und Sichteinlagen, die Ansprüche gegenüber Versicherungen wurden um 22 Milliarden Euro aufgestockt.
In Investmentfonds flossen zehn Milliarden Euro und für inländische Aktien wendeten die Menschen zu Jahresbeginn vier Milliarden Euro auf. Das waren nach Einschätzung der Währungshüter vergleichsweise hohe Beträge für den Kapitalmarkt, der typischerweise als riskanter gelte. Diesem Ruf wurden die Anlageformen prompt gerecht, denn der Wert der insgesamt gehaltenen Aktien sank wegen fallender Kurse um 16 Milliarden Euro. Die Fondsanteile notierten trotz der Zuflüsse gut vier Milliarden niedriger als im Schlussquartal des Vorjahres.

Die Bundesbank berücksichtigt bei der Berechnung des Geldvermögens Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen - nicht jedoch Immobilien. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor. Die großen Blöcke im Geldvermögen der Deutschen sind Bargeld und Einlagen mit 2326 Milliarden Euro sowie Versicherungs- und Altersversorgungsansprüche von zuletzt 2199 Milliarden Euro.

Angesichts des Börsenbooms trauen sich allerdings wieder mehr Bundesbürger an den Kapitalmarkt. Die Zahl der Aktionäre in Deutschland stieg zum Jahresbeginn auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Etwas mehr als zehn Millionen Menschen besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts im Jahr 2017 Aktien und/oder Anteile an Aktienfonds. Zum Vorjahr stieg die Zahl der Aktionäre um fast 1,1 Millionen.

Im Gegensatz zu Sparern profitieren Kreditnehmer von der Zinsflaute. Die privaten Haushalte nutzten die niedrigen Zinsen nach Angaben der Bundesbank auch zum Jahresbeginn, um sich günstig Kredite zu verschaffen - vor allem für den Wohnungsbau. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen um 0,7 Prozent auf 1739 Milliarden Euro. Abzüglich der Schulden stieg das Nettogeldvermögen der privaten Haushalte um knapp drei Milliarden auf 4136 Milliarden Euro.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%