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Devisenskandal HSBC zahlt 100 Millionen Dollar Strafe

Ein Problem weniger für die britische Großbank HSBC: In einer außergerichtlichen Einigung mit dem US-Justizministerium erklärte sie sich zu einer Millionenzahlung bereit. Doch vorbei ist die Skandalwelle noch nicht.

Die britische Großbank HSBC ist in einem Devisenskandal glimpflich davongekommen. Europas größtes Geldhaus einigte sich mit dem US-Justizministerium auf eine Zahlung von 101,5 Millionen Dollar. Die Summe enthält eine Strafe von 63,1 Millionen Dollar und eine Entschädigung von 38,4 Millionen Dollar für den betroffenen Bankkunden Cairn Energy.

Im Oktober war bereits der frühere Chef des Devisenhandels der HSBC, der Brite Mark Johnson, von einem New Yorker Gericht für schuldig befunden worden, Cairn Energy betrogen zu haben. Er hatte Insider-Informationen über eine bevorstehende Milliarden-Transaktion genutzt, um einen Millionengewinn für die Bank zu machen. Die Praxis ist als „Front-Running“ bekannt. Johnson drohen bis zu 20 Jahre Haft, die Festsetzung des Strafmaßes ist noch nicht erfolgt. Ein weiterer britischer Trader steht auf der Auslieferungsliste der USA.

In dem Deal mit dem US-Justizministerium musste HSBC nun keine Schuld anerkennen, sondern nur zusagen, die internen Kontrollen zu verbessern. Für drei Jahre ist die Bank auf Bewährung: Sollte sie in der Zeit gegen die Auflagen verstoßen, kann das US-Justizministerium einen Strafprozess einleiten.

Die Bank hat damit einen weiteren Skandal vorerst abgehakt. Und sie musste weniger zahlen als die Banken, die in den Libor-Skandal verwickelt waren. 2015 hatten sich fünf Institute schuldig bekannt, den Interbanken-Zinssatz manipuliert zu haben. Sie hatten Strafen zwischen 200 und 925 Millionen Dollar gezahlt.

Die neue HSBC-Führung unter Verwaltungsratschef Mark Tucker ist bemüht, einen Schlussstrich unter die zahlreichen Skandale der Vergangenheit zu ziehen. Im Dezember erreichten sie einen weiteren Meilenstein: Das US-Justizministerium erklärte den Geldwäscheskandal um mexikanische Drogenkartelle für beendet – fünf Jahre, nachdem die HSBC eine Rekordstrafe von 1,9 Milliarden Dollar zahlen musste.

Ganz ist die Skandalwelle jedoch noch nicht überstanden. Im November wurden neue Geldwäschevorwürfe laut: Die Bank soll der korrupten südafrikanischen Gupta-Familie geholfen haben, große illegale Summen außer Landes geschafft zu haben. Der britische Lord Peter Hain forderte das britische Finanzministerium und die Finanzaufsicht FCA zu Ermittlungen auf.

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