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Die Aktie von BMW Die Münchener fahren immer voraus

Mit BMW-Aktien konnte man in den letzten Wochen, Monaten und Jahren bares Geld verdienen. Der Aktienkurs bewegt sich auf einem Rekordniveau. Geht die Aufwärtsfahrt weiter oder legt der Kurs bald den Rückwärtsgang ein?

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BMW-Aktien gehören zu den Premium-Papieren des Dax. Doch bleibt das noch lange so? Einige Händler glauben, dass der Höhenflug vorbei sei. Quelle: dpa

Bester Aktienkurs aller Zeiten, ein Rekordgeschäftsjahr 2014 und eine Auszeichnung zum besten Arbeitgeber der Bundesrepublik. Die Augen der BMW-Stakeholder müssen momentan so glänzen wie der frische Lack eines X6, der an einem sonnigen Tag das BMW-Werk in den amerikanischen Südstaaten verlässt. 3.251 Autokilometer weiter westlich findet heute der NFL Super Bowl statt. Erstmals seit vier Jahren wirbt der deutsche Autobauer beim prestigeträchtigen Footballevent wieder mit einem amüsanten Spot für das Elektroauto i3. Damit setzt BMW gleich auf zwei Wachstumsfelder.

Denn der amerikanische Automobilmarkt ist in den letzten Jahren wiedererstarkt. Nach Prognosen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sei der US-Automarkt zusammen mit China im Jahr 2015 der Wachstumstreiber schlechthin. Der E-Mobilitätsmarkt steckt zwar immer noch in den Kinderschuhen, hat aber langfristig recht gute Wachstumsaussichten.

BMW ist mit seinem i3 und i8 dabei gut aufgestellt. Trotzdem erleidet die E-Branche immer wieder leichte Rückschläge. So wurde kürzlich bekannt, dass die USA ein wichtiges Ziel verfehlen werden. Bis zum Ende des Jahres wollten sie eine Million E-Autos auf die Straße bringen.

Dies werde nun wohl noch ein paar Jahre dauern, räumte Energieminister Ernest Moniz vergangene Woche ein. In Übersee belegte der i3 den siebten Platz der meistverkauften Elektroautos, in Deutschland liegt der kleine Stromer auf dem ersten Platz.

Aktien waren im Jahr 2015 bisher Gold wert. Aber unter den vielen guten Unternehmen, gibt es auch ein paar sehr gute: Die Premium-Aktien sozusagen. Zum Beispiel BMW, die sich passend vorgenommen haben bis zum Jahr 2020 weltweit zum „führenden Anbieter von Premium Produkten und Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität“ werden zu wollen.

Im ersten Monat diesen Jahres stiegen die BMW-Wertpapiere um rund 15 Prozent. Und damit weit stärker als im gesamten Vorjahr. Ein Allzeithoch jagt das nächste, die magische 100 Euro-Marke ist längst überwunden. Wer vor etwas mehr als drei Jahren sein Geld in BMW-Stammaktien angelegt hat, hat es verdoppelt. „In der nahen Vergangenheit ging es fast nur vorwärts. Es wird mal wieder Zeit für einen Rückwärtsgang“, spekuliert ein skeptischer Frankfurter Händler.

Tatsächlich sind die Meinungen unter Analysten zweigeteilt. Eine Studie des Analysehauses S&P Capital IQ rät zum Kauf, da der Autohersteller ein glänzendes Jahr hinter sich habe und nun vor einem weiteren Wachstumsjahr stünde. 15 neue Fahrzeugmodelle würden dabei helfen, schrieb Analyst William Howlett. Tatsächlich liegen die Münchner damit weit vor der deutschen Premium-Konkurrenz. Daimler wird voraussichtlich acht neue Modelle präsentieren, bei Audi stehen 2015 neun neue Fahrzeugversionen auf der Liste.


Euro-Abwertung könnte schon eingespeist sein

Die Analysten von BNP Paribas oder Goldman Sachs erwarten trotzdem eine negative Aktienentwicklung bei BMW. So sei die positive Abwertung des Euro schon mehr als eingepreist im BMW-Kurs, konstatierte Goldman Sachs-Analyst Stefan Burgstaller in dieser Woche. Als neues Kursziel gab er 92 Euro an. Bei den Daimler-Aktien sähe er mehr Potential als bei den Bayern.

Im BMW-Turm am Olympiastadion in München nimmt man solche Einschätzungen gelassen hin. So wie man dort auch gelassen einen plötzlichen Führungswechsel hinnimmt. Denn der Vorstandsvorsitzende Reithofer bleibe ja in der BMW-Familie und wechsle nur die Tischseiten als Aufsichtsratsvorsitzender, heißt es aus BMW-Kreisen.

Bei der Hauptversammlung im Mai wird Reithofer das CEO-Lenkrad an den bisherigen Produktionsvorstand Harald Krüger übergeben. Der Freiburger gilt als ruhig und besonnen und ist bereits seit 1992 bei BMW beschäftigt: Kontinuität ist dem bayerischen Konzern wichtig und im Vorstand sitzen fast ausschließlich Eigengewächse.

Mit Krüger an der Spitze hat das Unternehmen seinen Vorstandsvorsitzenden-Posten damit auch um immerhin neun Jahre verjüngt. Das Jahr 2014 war für den bayerischen Automobilbauer hervorragend: Nie zuvor konnte man in der BMW Group, also bei BMW, Mini und Rolls Royce, so viele Autos verkaufen wie im letzten Jahr.

Damit stellt der Konzern zum vierten Mal in Folge einen Absatzrekord auf. 2,118 Millionen Fahrzeuge verkaufte das Unternehmen im letzten Jahr. Aktionäre werden auch 2015 aufgrund der guten Ergebnisse belohnt und dürfen sich über eine ordentliche Dividende freuen: Es wird eine Ausschüttung von 2,60 Euro pro Stammaktie und 2,62 Euro pro Vorzugsaktie erwartet. Bei aktuellem Kurs entspräche dies für die Stammaktie einer Rendite von rund 2,5 Prozent und für die Vorzugsaktie sogar fast 3,5 Prozent.

Fazit: BMW wirbt mit dem Slogan „Freude am Fahren“. Aber nicht nur Fahrer, sondern auch Aktionäre verspürten in jüngster Vergangenheit Freude beim Blick auf ihr Wertpapier-Portfolio. Die Resultate des vergangenen Jahres waren gut, die Prognosen für das nächste stimmen ebenfalls. Norbert Reithofer und sein Nachfolger Harald Krüger sehen sich in diesem Jahr hohen Erwartungen gegenüber. Die wesentlichen Grundvoraussetzungen zu deren Erfüllung sind gegeben.

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