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Die Chef-Beraterin So bringen auch Männer Ordnung ins Kleiderschrank-Chaos

Wer Ordnung in seinem Kleiderschrank hält, hat eine Baustelle weniger in seinem Alltagswahnsinn. Vier Argumente für das Ausmisten.

Schon vor zwei Jahren hatte ich über Mickey Rourke geschrieben, der den unwiderstehlichen Verführer in „9½ Wochen“ spielte. Wer den Film noch kennt, hat sofort einige Szenen im Kopf. DIESE Szenen meine ich nicht.

Es war die Kleiderschrank-Szene: Mickey Rourke alias John öffnet seinen Kleiderschrank und – Bumm! – sieht man seine Anzüge und Hemden hängen. Aber nicht wie bei der Mehrheit der Männer, sondern gigantisch clean und sortiert. Direkt zum Reinbeißen – er, seine Klamotten und sein Kleiderschrank.

Auch ich finde man soll sich das Leben so einfach wie möglich machen und nicht noch zusätzlich mit Dingen belasten, die in Nullkommanix und effektiv zu ändern sind. Dazu gehört halt auch der Kleiderschrank. Ja, und Mickey Rourke, also John, hat mit diesem Kleiderschrank eine Baustelle weniger in seinem Alltagswahnsinn. Das wünsche ich Ihnen auch.

Man kommt ja gar nicht dran vorbei den Kleiderschrank zu ignorieren. Jeden Morgen das gleiche. Das beste Stück rauspicken oder versuchen es zu finden, bitteschön in kürzester Zeit. Und genau da fängt die Krux an. Sie verschwenden Zeit mit der Suche oder sind schon vom Anblick der unübersichtlichen Masse genervt.

  • Hemden, die mittlerweile zu eng, zu alt oder einfach länger als ein Jahr nicht getragen wurden.
  • Jacketts und Anzüge, von denen wahrscheinlich das ein oder andere Teil auch schon bessere Zeiten gesehen hat.
  • Trachtenjacken. Die waren mal teuer, ja, aber haben Sie die jemals außer damals im Urlaub getragen und kamen sich da schon merkwürdig verkleidet vor?
  • Hosen. OMG! Was habt Ihr Männer für Hosen im Schrank?
  • T-Shirts, die geliebten Fußballshirts und Polohemden, von denen die Hälfte nicht getragen werden. Und, generell weg vom Mann müssen Motto-Shirts!
  • Strümpfe, die uns Frauen grausen lassen. Die Unterwäsche.
  • Sonstiges wie alte Kragenstäbchen und Krawatten, Fliegen, komische Schals, noch komischere Mützen, Badehosen, und so weiter und so fort.

Das geht gar nicht!

Das sind die vier Top-Argumente von Männern, niemals auszumisten – und meine Gegenargumente:

1. Ich kann das doch noch zuhause oder für die Gartenarbeit (auf)tragen.
Selbst wenn Sie ab heute Hausmann werden sollten, werden Sie spätestens nach einer Woche mit den alten Klamotten wahnsinnig werden und niemandem mehr die Tür öffnen wollen. Und zum Hausmann-Dasein gehört nun mal auch dem Postboten die Tür zu öffnen. Von Ihrer Familie, die das Elend ja dann auch vor Augen hätte, wollen wir jetzt hier mal gar nicht sprechen.

2. Es war so teuer.
Hier sage ich einfach mal: No Risk, no fun! Abgesehen davon können Sie ja jemanden anderen damit beglücken. Es gibt genügend Menschen, die sich sicherlich freuen (und wenn nicht, dann denken Sie mal drüber nach, warum).
3. Das kommt bestimmt wieder.
Hier muss ich Ihnen leider, leider sämtliche Illusionen nehmen. Die Mode kommt niemals so wieder. Stilelemente wiederholen sich. Aber das war es dann auch schon – es wird leider anders aussehen. Schlaghosen sahen früher auch anders aus als heute.

4. Wenn ich abgenommen habe, dann passt das wieder.
Ja, sicherlich. Und die Erde ist eine Scheibe.

Abgesehen davon, dass sich in einem vollen Kleiderschrank nichts finden lässt und die Kleidung verknittert ist, erspare ich Ihnen, sofern Sie Ihren Kleiderschrank ausmisten, einiges an Frust: Ab sofort kommen Ihnen nie mehr die Kleidungsstücke in die Finger, die Ihnen bewusst machen, wie sehr Sie in den letzten Jahren zugenommen haben. Was ein Schlusssatz.

Schöne Woche!

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit dem Label ManagerOutfit. Außerdem ist sie Autorin.

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