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Digitale Weiterbildung Was Sie tun müssen, wenn Sie Motivation nicht ausbremsen wollen

Was sind die richtigen Formate für zeitgemäße Weiterbildung? Viele Unternehmen haben das Erfolgsrezept offenbar noch nicht gefunden.

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Düsseldorf Der Digitalverband Bitkom hat in einer repräsentativen Befragung herausgefunden: Sieben von zehn abhängig Beschäftigten fehlt bei der Arbeit die Zeit, den Umgang mit neuen Technologien zu lernen. Fast 60 Prozent gaben an, ihr Arbeitgeber biete keine Weiterbildungen zu Digitalthemen.

Das birgt Frustpotenzial, glauben doch drei von vier Erwerbstätigen, Digitalkompetenz werde am Arbeitsplatz in Zukunft genauso wichtig sein wie klassische fachliche oder soziale Fähigkeiten. Ein weiteres Problem: Wenn geschult wird, geht es oft vor allem um Grundlagen - Weiterbildungen zu Bürosoftware oder dem ERP-Programm hat bereits jeder Dritte hinter sich.

Was das richtige Verhalten in sozialen Netzwerken angeht, gilt das nur noch für drei Prozent. Bitkom-Präsident Achim Berg fordert Unternehmen auf, auch bei gut gefüllten Auftragsbüchern Zeit für gezieltes Lernen freizugeben: Neben der Motivation der Mitarbeiter spiele das Angebot an Weiterbildungen durch den Arbeitgeber eine entscheidende Rolle: „Hier ist vor allem das Management gefordert.“

Doch auch, wenn der Arbeitgeber tätig wird, sind viele Mitarbeiter unzufrieden. Beispiel E-Learning: Eine internationale Studie des Marktforschungsunternehmens Towards Maturity aus dem vergangenen Jahr zeigt: Über 70 Prozent der befragten Mitarbeiter haben verpflichtende E-Learning-Programme genutzt. 45 Prozent gaben an, die Inhalte passten nicht ausreichend zu ihren Bedürfnissen.

Und mehr als jeder Dritte bewertete diese als uninspirierend. Im Gegenzug gab fast die Hälfte der Befragten an, dass E-Learning-Kurse sie im Job weiterbringen, wenn sie das Lerntempo selbst bestimmen können.

Die Arbeitnehmer haben erkannt, dass ihre Jobchancen auch davon abhängen, dass sie sich regelmäßig weiterbilden. „Es kommt weniger auf einmal erworbenes Wissen an - sondern darauf, sein Know-how fortlaufend den sich verändernden Umständen anzupassen“, so Nicole Elert, Leiterin des Bereichs Arbeitsrecht bei PwC in Deutschland.

Die Wirtschaftsprüfung und -beratung hat mehr als 10.000 Beschäftigte in den USA, China, Indien, Großbritannien und Deutschland befragt, ob sie bereit sind, sich neue Fähigkeiten anzueignen oder sogar komplett umzuschulen. "Dass 65 Prozent der Deutschen genau dazu bereit sind, deute ich als sehr positives Signal", so Elert. "Auch wenn die Zustimmungsraten in den anderen untersuchten Ländern im Schnitt etwas höher sind."

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