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Digitalisierung im Sport Selbstoptimierung per Gesundheits-App

Smartphones, Smartwatches, Smart‐TVs ‐ heutzutage ist alles vernetzt und digital. Auf der Fitnessmesse FIBO in Köln hat die Branche gezeigt, was sie unter Digitalisierung versteht: totale Überwachung.

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Smarte Fitnessgeräte liegen im Trend. Quelle: Dariush Müllers

Köln „Beweg dich! Schneller! Und eins, zwei, drei, vier. Noch mal!“ - so schallte es jüngst durch die Hallen der Kölnmesse. Bodybuilder und Personal Trainer, deren Muskeln sich auf ihren viel zu engen T‐Shirts abzeichnen, sollten Unsportliche in die Fitnessstudios der Republik locken. Beim Anblick der muskelbepackten Männer kam dann jedoch die Frage auf, ob zu viel Fitness nicht doch ungesund ist. Den Großteil der rund 100.000 Besucher der Fitnessmesse FIBO schien das jedoch nicht zu interessieren.

Gesundheits‐Apps, digitale Schrittzähler und Sportuhren treiben die Selbstoptimierung auf die Spitze. Auch vor der Fitnessbranche macht die Digitalisierung keinen Halt. So stellte das junge Start‐Up Mxo Media in Köln eine Technik vor, mit der man ein Fitnessstudio schon vor Baubeginn realitätsnah erkunden kann. Dazu bekommt man eine große schwarze Brille aufgesetzt, die an einen leistungsstarken Computer angeschlossen ist. Der Hersteller der futuristisch anmutenden Geräte, Oculus, ist Marktführer in dem Bereich. Vor den Augen erscheint das Bild eines Fitnessstudios, welches Programmierer mithilfe der Baupläne nachgebaut haben. Durch Bewegen des Kopfes und mithilfe einer Spielekonsole kann man durch das Studio navigieren.

Diese Technik nennt sich „Virtual Reality“ und kommt sonst im Gaming‐Bereich zum Einsatz. „Unsere Technik nimmt das Problem der Uneinsichtigkeit vor dem Kauf von beispielsweise einer Mitgliedschaft für das Fitnessstudio“, erklärt Geschäftsführer Maximilian Schmierer.


Online-Fitnessstudios stehen hoch im Kurs

Nahezu jedes Fitnessgerät hat mittlerweile einen Bildschirm. Viele Systeme überwachen zeitgleich noch Körperfunktionen und geben Rückmeldung zur Effektivität des Trainings. Jabra etwa hat einen schnurlosen Kopfhörer entwickelt, der mittels Infrarotstrahlen den Puls messen kann. In Kombination mit einer speziellen App bekommt der Nutzer über Sprachansagen in Echtzeit Informationen zu seinem Workout.

Beliebt, das zeigte sich in Köln, sind auch Cloud‐Technologien. Ein biometrisches Erkennungssystem der Firma Milon vermisst den gesamten Körper innerhalb von fünf Sekunden.

Alle Geräte stellen sich dann individuell auf den Körper ein, verspricht der Hersteller. Die Trainer hätten „bei gleichbleibend hoher Einstellqualität [...] mehr Zeit für die persönliche Betreuung“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Digitalisierung wird auch in den kommenden Jahren weiter voranschreiten, schon jetzt liegen Online‐Fitnessstudios hoch im Kurs: Zum Jahresende 2014 zählten die Anbieter 358.000 registrierte Nutzer, davon sind 64.200 bereit, eine monatliche Gebühr zwischen fünf und 15 Euro für die virtuellen Trainer zu bezahlen. Echte Trainer in realen Fitnessstudios wirken da schon fast nostalgisch.

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