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Drittgrößter Versicherungsmarkt der Welt China will Einstieg ausländischer Lebensversicherer erleichtern

Laut Brancheninsidern dürfen ausländische Versicherer zukünftig mehr Kapital an chinesischen Versicherern halten – und sogar die Mehrheit übernehmen.

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Der Hauptsitz des chinesischen Versicherers in Peking Quelle: picture alliance/Zhou junxiang - Imaginechina

China will sich Insidern zufolge stärker für ausländische Lebensversicherer öffnen und Zusammenschlüsse mit lokalen Akteuren erleichtern. So solle das Kapitalpolster kleiner und mittlerer chinesischer Lebensversicherer gestärkt werden, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem könnten sie vom Know-how internationaler Konzerne profitieren.

Ausländische Versicherer sind zwar schon seit Jahrzehnten in China vertreten, kommen aber wegen geltender Eigentumsbeschränkungen und der begrenzten geografischen Präsenz nur auf einen geringen Marktanteil. Dabei gilt der schnell wachsende Markt als attraktiv: China ist mit Prämieneinnahmen von rund 318 Milliarden Dollar der drittgrößte Versicherungsmarkt der Welt hinter den USA und Japan, wie aus einer Studie des Swiss Re Institute hervorgeht.

Derzeit dürfen ausländische Lebensversicherer mit Niederlassungen in China lediglich eine Beteiligung von 15 Prozent an lokalen Wettbewerbern besitzen. Künftig sollen sie auch einen Mehrheitsanteil oder einen bedeutenden Minderheitsanteil an einem lokalen Versicherer erwerben können, sagten die Insider.

Sie sollen dieses Geschäft dann getrennt von bereits existierenden Joint Ventures oder Töchtern führen können und dazu mehr als eine Haupt-Geschäftslizenz besitzen dürfen. Die neuen Regeln sollen in der zweiten Jahreshälfte unter Dach und Fach sein, sagten die Insider. Die chinesische Aufsichtsbehörde CBIRC lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Allianz hatte im November 2018 als erster Konzern die Lizenz für eine vollständig in ausländischem Besitz befindliche Versicherungsholding in China bekommen. Über die Allianz Insurance Holding mit Sitz in Shanghai will der Dax-Konzern sein Angebot in dem Land ausgebaut. Die Münchener sind schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts in der Volksrepublik unterwegs und beschäftigen dort mehr als 2.000 Menschen. Auch die britischen Versicherer Prudential und Aviva wie auch die kanadische Sun Life Financial sind seit Jahrzehnten in China.

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